Innsbrucker Identitäten

Markthalle: riechen. kosten. schmecken.

Jeden Samstag komme ich hier her, meistens mit meiner Liebsten. Gemütlich aufstehen, noch ein wenig verschlafen dem Treiben der Verkäufer und Besucher zusehen. Es duftet nach Obst, Gemüse, nach frischem Brot. Die Menschen hier haben ein Lächeln im Gesicht, und gerne bin ich von ihnen umgeben. Klar, es geht ihnen gut, sie kaufen hier Tiroler Produkte von unseren Bauern im besonderen Flair. Auch ich mag regionale Wertschöpfung: das Gute, das Nahe, das Vertraute.

Markthalle, Speck

Zur selben Zeit treffe ich immer die selben Leute; man grüßt sich freundlich, das schafft Vertrauen, hier gehöre ich dazu. Mal ist es derselbe Mann mit anderen Frauen. Ob er weiß, was ich weiß? Deutsche Studenten haben die Markthalle längst für sich entdeckt, von ihnen gibt es hier viele. Studieren, wo andere Urlaub machen. Mal sind es Businessmänner mit ihren eleganten Frauen, ältere Damen mit Hund, Herren in Lederhosen, Alternative, alle schätzen sie das Essen aus der Region.

Früher ging es wirklich um Versorgung; ohne Bauern hätten die Einheimischen hungern müssen. Heute trifft man sich hier und ist gesellig; Gastronomie gibt es genug. Regionales einkaufen ist den Innsbruckern sehr wichtig: In der Markthalle leben die Stadtmenschen Regionalität, eine Grundhaltung der Tiroler.

Noch wichtiger als Lokalpatriotismus ist aber, dass die Sachen von hier sehr gut schmecken. Aber glücklich sind sie auch, wenn man sich hier trifft: Jene, die einkaufen und ein Glas Wein beim Sommelier trinken oder eine Bauernjause genießen. Jene, welche die Schätze des Landes verkaufen: Händler, die man mit Namen kennt und  ein wenig ihrer privaten Geschichten. Mit so manchen gehe ich gerne auf einen Kaffee.

Abgesehen von den Produkten gibt es hier eine Geschichte, die heute gleich zu spüren ist, so wie sie damals geschrieben wurde: 1880 durfte ein Wochenmarkt am Innrain täglich abgehalten werden – das war die Geburtsstunde der Markthalle. Angefangen hat alles jedoch viel früher, 1460, zumindest urkundlich erwähnt. Wir reden hier vom tiefsten Mittelalter. An der Kreuzung des Goldenen Dachls war der erste Markt, der zweite vor der Hofburg bis daraus die Markthalle wurde.

Die Markthalle ist Teil der Innsbrucker Identität: Unsere Bauern, sie waren schon immer die Versorger der Menschen in der Alpenstadt. Früher aus einer Not heraus und heute aus Überzeugung, denn die Tiroler wollen wissen, wo ihr Essen herkommt und die Erzeuger kennen.

Gäste kaufen hier Tiroler „Schmankerln“, das sind regionale Spezialitäten: Fleisch, Speck, Käse, Äpfel, Karotten, Salat, Brot, Schnaps, Kräuter oder Apfelsaft gibt es. Alles frisch, alles total Bio, alles original. Sie kommen aber auch wegen der Gastronomie: Bauernfrühstück, Fisch, Knödel, Wein und vorzügliche Gourmetwürstel, direkt beim Eingang. Am Samstag gibt es übrigens Tiroler Live Musik, im Sommer eine Terrasse mit Blick auf Inn und Nordkette.

Wer nun Lust auf die Markthalle bekommen hat, findet mehr Informationen unter: http://www.markthalle-innsbruck.at