Ob After-Work oder Abendprogramm, oft fällt die Entscheidung für eine Bar in Innsbruck schwer. Dieser Blogbeitrag liefert eine kleine, persönliche Auswahl verschiedener Bars für verschiedene Anlässe. Egal ob Bier, Spritzer, Wein oder Cocktails. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Der Klassiker: Limerick Bill’s Irish Pub

Limerick's Irish Pub Front

Die schmale Hausfassade lässt sich die Größe des Pubs nicht anmerken © Maximilian Schneider

Ein Irish Pub gibt es wohl überall, dieses hat jedoch seinen ganz eigenen Flair. Der Eingang auf der Maria Theresien Straße erinnert ein wenig an den Hasenbau von Alice im Wunderland. Folgt man dem Gang in den hinteren Teil des Hauses durch die alte, quietschende Tür so findet man sich inmitten von Bildern, Blechschildern und dunklem Holzinterieur wieder. Die Sitzplätze der Bar erstrecken sich von dem Nichtraucherbereich im Erdgeschoss und der Galerie darüber in den Raucherbereich ganz oben, welcher ebenfalls über eine Bar verfügt.

Besonders zu Stoßzeiten ist hier recht viel los, die Leute reden, trinken, lachen und die Evergreens des Pop-Rock schallen aus den Boxen. Wer in Innsbruck wohnt kann sich fast sicher sein, dass er hier einem Bekannten über den Weg läuft.

Die Karte bietet die irischen Klassiker im Bereich der Biere und Cider: Guiness, Strongbow und Kilkenny. Aber auch Zipfer und Wieselburger finden hier ihren Platz. Neben den sonst üblichen Longdrinks sind aber auch irische Gemische zu finden, wie in etwa eine Irish Car Bomb. Die Prozedur hat es in sich: Ein Shotglas mit Baileys und Whiskey wird in einem halben Pint Guiness versenkt. Das Glas sollte leer sein, bevor der Cremelikör flockt. Also sehr schnell. Aufpassen: Selbst eine Car Bomb kann den Verlauf des Abends sehr drastisch ändern!

Auch die Whiskeykarte kann sich sehen lassen. Ganz nach irischer Art gibt es hier verschiedene Single Malts und Blends. Auch internationale Whiskeys wie etwa aus Japan findet man hier hin und wieder in der Vitrine stehen.

Ladies aufgepasst! Jeden Dienstag ist Ladies Night. Fragt für die Specials einfach an der Bar nach!

Bar EG Irish Pub

Die Bar des Irish Pub im Erdgeschoss © Maximilian Schneider

Der Newcomer: Das Rathbräu

Eingang Rathbräu

Der Eingang ist versteckt, aber von der Straße aus zu sehen. © Maximilian Schneider

Das Leitmotiv dieses seit Spätsommer geöffneten Wirtshauses ist das eines klassischen Tiroler Beisl. Man kommt mit seinen Freunden her um sich bei einem Bier zu unterhalten. Zentral gelegen im ersten Stock der Rathausgalerien verstecken sich die Zugäge in einem Seitengang des Ausgangs zu Anichstraße.

Auf klassischen Holzbänken kann man hier entweder zur Mittagszeit vom stetig wechselnden Menü mit Speisen der bürgerlichen Küche wählen oder auch am Abend das ein oder andere Getränk zu sich nehmen. Neben den Tagesaktionen wie in etwa dem Strudel-Dienstag oder auch Ripperln am Freitag sind auf der Aufstelltafel in der Anichstraße stets Getränkeangebote zu finden.

Die Vielfältigkeit der ausgeschenkten Biere ist für jedermann mehr als genug. Das Hausbier ist ein Spezialmärzen aus dem Hause Grieskirchner, einer Brauerei aus Oberösterreich. Aber auch Fans des bayrischen Biers dürfen sich freuen: Augustiner, Hacker-Pschorr, Maxlrainer und Unertl werden hier ausgeschenkt. Die Getränkekarte lässt kaum Wünsche offen.

Bar des Rathbräu

Die Bar des Rathbräu © Maximilian Schneider

Der Craft-Exot: Das Tribaun

Eingang zum Tribaun

Die Treppe hinunter in den Gewölbekeller des Tribaun. © Maximilian Schneider

Der Craft-Beer Trend hat auch vor Innsbruck keinen Halt gemacht. Das Tribaun in der Museumstraße hat sich ganz den handwerklich gebrauten Bieren verschrieben. Das Konzept ist einfach: 20 Tabs, 20 verschiedene Biere. Ist der Bestand eines Bieres leer, kommt ein neues, vom Inhaber selbst ausgewähltes Bier auf die Karte. Diese ändert sich so schnell, dass die aktuellen Biere auf den großen Bildschirmen hinter der Bar angezeigt werden. Auch auf der Webseite der Bar kann man die aktuell ausgeschenkten Sorten einsehen.

Sidefact: Die unter der Biermarke “Tribaun” gelisteten Biere sind nicht von einer der Bar zugehörigen Brauerei gebraut, sondern entstehen durch Zusammenarbeit mit verschiedensten Craft-Brauereien.

Auf den Tischen zu finden ist jedoch auch eine “Karte”. Hierin findet man nicht direkt die Biere die ausgeschenkt werden, sondern eher eine Bierfibel, in der die verschiedenen Bierarten erklärt sind. Für Nicht-Bier-Trinker findet man hier auch eine kleine Wein-, sowie eine Snackkarte mit Pizza und Flammkuchen. Die Entscheidung für ein Gebräu muss man letzten Endes aber nicht alleine treffen. Das Personal ist in jeglichen Bieren sehr gut geschult und spricht gerne Empfehlungen aus. Wer also Fragen wie: “Leicht oder schwer?” und “Kräftig oder sanft?” beantworten kann, dem werden schnell drei Biere empfohlen, die in den Geschmack jedes einzelnen passen.

Wer gerne so viele Biere wie möglich probieren möchte ohne über den Durst zu trinken, kann einen “Flight” bestellen. Serviert werden einem vier Biere freier Wahl in 10 oder 15 cl. Gern wird einem auch mehr zu den Bieren und Brauereien erzählt. Wer ab hier mehr lernen möchte, bucht am besten ein Tasting für 5 – 25 Personen. Hier werden sieben Biere verkostet und in einem Vortrag in die Welt der handwerklichen Braukunst eingetaucht.

Auch für das Abendprogramm wird in dieser Bar gesorgt. Mit beliebten Quiz-Abenden jeden Mittwoch (am besten reservieren!) und Livemusik-Acts jede zweite Woche kann man sich auf eine super Zeit in dieser Bar freuen. Wer dann am Ende ein kleines Souvenir mitnehmen möchte, der schaut sich im Beer-Shop im hinteren Teil der Bar um.

Die Bar des Tribaun

Die 20 kupferfarben verkleideten Zapfhähne sind immer wieder ein Hingucker. © Maximilian Schneider

Darf es auch ein Wein sein? Das Vinum.in

Vinum.in in der Markthalle

Schon am Eingang zum Vinum.in ist ein kleiner Teil der Auswahl an Weinen ersichtlich. © Maximilian Schneider

Wer glaubt die Markthalle am Marktplatz schließt pünktlich um 18:00 Uhr mit Ladenschluss der vielen Obst-, Gemüse- und Delikatessenhändler, der liegt falsch. Während die Lichter in der Haupthalle schon erloschen sind, brennen sie im kleinen Vinum.in noch für ein paar Stunden. Während des Tages kann man hier während des Einkaufs kurz verweilen und auch im Sommer gerne die Sonne auf der Terrasse direkt am Inn genießen.

Als Ableger der Vinothek Invinum in der Altstadt findet man hier eine internationale Weinkarte vor. Die Geschäftsführer und ausgebildeten Diplom-Sommeliers wählen die offenen Weine für die stetig wechselnde Karte selbst aus. Wer im Verkaufsangebot der Vinothek einen Wein findet den er genießen möchte, dem wird dieser gerne auch gegen eine Servicepauschale von 7,50 auf den angeschriebenen Verkaufspreis serviert.

Um den Weingenuss vollends abzurunden, werden auch kleine Speisen wie Aufstriche, Speck, Käse und Oliven direkt von den umliegenden Händlern angeboten. Die Empfehlungen zu den jeweiligen Weinen finden sich auf der Karte wieder. Wer etwas mehr Hunger hat, dem sei es auf Nachfrage auch erlaubt eine Speise aus den anliegenden Restaurants in der Bar zu verspeisen.

Neben den vier offenen Rot- und Weißweinen findet man auf der Karte auch Spritzer, Süß- und Schaumweine, sowie ausgewählte Brände, Liköre und weitere Spirituosen. Letztendlich bietet diese Lokalität also alles für einen ruhigen und genussvollen Abend.

Die Bar im Vinum.in

Klein, aber fein. In gedimmtem Licht gemütlich guten Wein genießen. © Maximilian Schneider

keep it classy: Erlkönig

Die Fassade des Erlkönig

Eine Flagge und unbeschriftete Flaschen im Fenster. Was innen wartet, kann man von außen nur vermuten. © Maximilian Schneider

Die Erlkönig-Bar sollte sehr vielen in Innsbruck schon ein Begriff sein. Beliebt für einen Drink nach der Arbeit und auch zu späterer Stunde. Seit Ende August 2017 sind die Zügel jedoch in neuer Hand. In der Meraner Straße wird dem vorherrschenden Image von fruchtig süßen, mit Schirmchen verzierten Cocktails der Kampf angesagt. Weniger süß, mehr bitter. Qualität statt Masse.

Die Bar selbst ist von außen lediglich durch seine Flagge über der Tür und den hauseigenen Infusionen im Fenster ersichtlich. Das Licht im Erlkönig ist zu Abendstunden gedimmt und lässt gemütliche Stimmung erahnen. Apropos Stimmung, die musikalische Untermalung des Abends wird hier eher dezent gehalten und soll die Atmosphäre unter den Gästen unterstützen. Schließlich geht man hier her um sich bei guten Drinks zu unterhalten.

der Tom Yum Gung

Der Tom Yum Gung: Sieht aus wie eine Suppe, ist allerdings ein Cocktail. © Matthias Eder

Die hohen, aber schmalen Gewölbe sowie die hölzerne Bar mit ihren Hockern, die an Sattel erinnern, strahlen ein edles Flair aus, jedoch ohne spießig zu wirken. Alles ist etwas verwinkelt und eng, was aber eher die gemütliche Atmosphäre unterstützt. Im hinteren Teil der Bar gibt es niedrige Tische, hier hat man seine Ruhe. Wer sehen möchte, wie seine Drinks gezaubert werden, stellt sich am besten in den vorderen Bereich der Bar oder schnappt sich dort einen der außergewöhnlich komfortablen Sattel-Hocker.

Wenn es dann an die Auswahl der flüssigen Begleitung des Abends geht, hat man die Qual der Wahl. Die Karte gibt einiges her, größtenteils sind es Eigenkreationen von Matthias Eder (a.k.a. Meister Eder), in welche sein komplettes Wissen aus über 15-jähriger internationaler Erfahrung in rennomierten Bars in etwa Hongkong, Shanghai, Dubai und der Türkei wahrlich einfließen. So werden in seinen Drinks nicht nur Zutaten verwendet, die man im Supermarkt kaufen kann. Die Weiterverarbeitung der Spirituosen beispielsweise durch die sogenannte “Infusion” (Zutaten wie etwa Gewürze oder auch Schokolade werden in der Spirituose für einige Tage eingelegt und dann abgeseiht) geben der geschmacklichen Kreativität sehr viel Spielraum.

Dass “Meister Eder’s” Kreativität sich aber nicht nur auf den Geschmack begrenzt, sieht man den Drinks selbst oft auch an. Allein die Aufmachung und die Art wie der Drink serviert wird lässt den ein oder die andere mit Sicherheit staunen. Ein Beispiel: “Tom Yum Gung”. Dieser Drink wird serviert wie eine Suppe aus dem fernen Osten und folgt geschmacklich mit Zutaten wie Erdnüssen, Ingwer und Zitronengras auch diesem Leitmotiv.

Eventmäßig bietet die Erlkönig-Bar besonders etwas für Fans der Barkultur, sowie solche de es noch werden möchten. Mit den “Guestshift” Events werden Bartender hinter die Bar gebracht, die in der Szene bekannt sind und sich durch ihre Titel in der World Class Competition auszeichnen. Alle zukünftigen Events sind auf der Facebookseite der Bar zu finden.

Anmerkung am Rande: In dieser Bar ist das Rauchen erlaubt. (Stand: März 2018)

Meister Eder verleiht dem Drink den letzten Schliff

Meister Eder verleiht dem Drink den letzten Schliff. © Matthias Eder

Modern und edel: Stage 12 Hotelbar

Durchgang zum Hinterhof und Eingang des Stage 12

Wer in die Hotelbar des Stage 12 möchte, der muss sich abseits der Maria-Theresien-Straße in den Hinterhof wagen. © Maximilian Schneider

Auch Hotelbars sind allgemein für die Qualität ihrer Drinks bekannt. In einer Stadt wie Innsbruck mangelt es also am Angebot von dieser Seite auch nicht. Das erst Ende 2017 eröffnete Stage 12 Hotel geht hierbei auch in Sachen Bar mit der Zeit. Klassische Drinks, vom Barchef Kosta persönlich neu interpretiert.

Wasser zum Kaffee

Wasser zum Kaffee gehört zur guten Art, wie es serviert wird zeugt von der Liebe zum Detail. © Maximilian Schneider

Wer jetzt wegen der Worte “modern und edel” ein High-Class-Only-Lokal erwartet, der täuscht sich. Schon beim Betreten des Hotels merkt man, dass alles durchaus schick gehalten ist, allerdings eine eher ungezwungene Atmosphäre herrscht. Schnell fallen einem die vielen Details ins Auge, auf die besonders Wert gelegt wird. Von den Untersetzern aus geprägtem Leder über die Theke aus Messing mit gepolsterten Armlehnen bis zu Popcorn und Wasser, die zum Drink gereicht werden.

Bei einem Blick auf die Karte wird klar, dass sich der rote Faden hier weiter zieht. Die Auswahl an Spritzern und Cocktails ist klein gehalten, jedoch hat jedes Getränk für sich seinen eigenen Flair. Wer noch genauer hinsieht und sich in der Welt der Sprituosen etwas auskennt, dem mag auch auffallen, dass sich die Preise für die verwendeten Zutaten sehr fair gestalten.

Die Cocktailkarte, im modernen Stil verziert, bietet für jeden Geschmack etwas und wechselt mit der Zeit. Von einer saisonbedingten Spezialkarte zu den Klassikern, die halbjährlich wechseln. Selbst das Popcorn wird täglich mit neuen Geschmäckern versehen. Demnach lohnt es sich auf jeden Fall des Öfteren in dieser Bar vorbeizuschauen.

Sobald die Temperaturen in Innsbruck wieder steigen sind neben der Bar im Inneren auch Terassen auf der Maria-Theresien-Straße sowie im Innenhof geplant. Dabei sei jedoch gesagt, dass man sich für den Genuss der vielen Besonderheiten schon in den Innenhof trauen muss.

Theke der Stage 12 Bar

Auch an der Theke sitzt man hier gern. © Maximilian Schneider

Selten aber das Warten wert: Die Möhre

Aufsteller der Möhre

Nicht immer, aber immer woanders. Die Möhre feierte ihr Debüt am 22. Juni 2017 im Toscana. © Charly Schwarz

Zuletzt noch ein absuluter Geheimtipp für Liebhaber ausgefallener Drinks: Die Möhre. Sie ist eine Bar, die eigentlich keine ist. Die beiden Studenten Marc und Jascha, beide nebenbei Baarkeeper in verschiedenen Studentenbars in Innsbruck (Jimmy’s und Gang & Gebe), war das mixen der üblichen Drinks auf einer festen Karte nicht genug. Sie wollen sich ausleben und ihre Kreativität im Bereich der Mixologie fördern. Um hierfür eine Bühne zu schaffen, wurde die Möhre ins Leben gerufen.

Das Konzet ist simpel: Im Eventformat übernehmen die Jungs in verschiedensten Bars in Innsbruck für einen Abend die Theke. Jedes Event hat seine eigene Karte, auf der sich ihre eigens ausgetüftelten Geschmackserlebnisse in Form von bis zu sechs verschiedenen Drinks wiederfinden. Die Variationen orientieren sich oft an Klassikern, um einen gewissen Eindruck vor dem Bestellen zu haben. Was man serviert bekommt, bedarf dann jedoch der vollen Aufmerksamkeit, um das Ergebnis von wochenlangem Herumprobieren der beiden Studenten auszukosten.

Von herb über süß bis salzig oder auch eine Mischung aus allen drei ist alles dabei, ohne jedoch von der Menge erschlagen zu werden. Auf die Frage wie sie denn immer wieder auf neue Ideen kommen, gibt es eine einfache Antwort: “Überall. Beim Essen oder Einkaufen zum Beispiel. Auch in der Testphase im “Labor” kommen oft Ideen für neue Verfahren oder Ersatzprodukte, um dem Drink den nötigen Feinschliff zu verleihen.”

So entstehen dann beispielsweise Drinks wie der “Frocade”. Ein Drink im Cuisine-Style (salzig) mit den Zutaten Avocado, Olmeca Altos Plata (Tequila), Chili und schwarzem Meersalz. Aber auch weitere ausgefallene Zutaten finden ihren Weg auf die Karte: Tonkabohne, Roiboos, Mandarine und Quitte. Diese allein auf der Karte vom 25. Januar 2018 bei der Barübernahme im Jimmy’s.

Untermalt werden die Events musikalisch oft mit Live Acts, um die thematische Gestaltung des Abends abzurunden. Wann und wo das nächste stattfindet, weiß niemand so genau. Als erstes erfährt man es aber unter den Veranstaltungen auf der Facebookseite der Möhre.

Die Möhre

Die Studenten Marc und Jascha mischen in fremden Bars wortwörtlch die Szene auf. © Charly Schwarz