Wer gern gut isst, braucht zum Kochen die besten Zutaten. Diese bekommt man in besonders guter Qualität dort, wo sie produziert werden. Zum Beispiel also direkt beim Bauern in Itzlranggen, wo die Familie Gutleben einen Hofladen betreibt. Wer sich lieber bewirten lässt, marschiert am Laden vorbei und nimmt auf der sonnigen Terrasse Platz. Ein Besuch vor Ort. 

Itzlranggen

Itzlranggen ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Ranggen im Westen von Innsbruck. Bekannt ist der Ort vor allem wegen des kleinen Skigebiets Rangger Köpfl, das diesen Winter einen neuen Lift bekommt. Erst kürzlich ging’s hier am Blog ums Törggelen auf der Rosskogelhütte ebendort. Itzlranggen hingegen ist ein echter Geheimtipp, denn hier kommt man kaum zufällig vorbei. Die schmale, einspurige Straße windet sich in einigen Kurven den Berg hinauf, auf dessen Plateau eine Siedlung steht: Itzlranggen. Für Nicht-Tiroler sei an dieser Stelle gesagt: der erste Versuch den Ortsnamen richtig auszusprechen, geht ziemlich sicher schief. Richtig wäre: “Itzl-ran-gck-en” oder “Itzl-ran-kkch-en”, auf gar keinen Fall niemals jedoch “Itzl-ran-gg-en”. Der Ort ist glücklicherweise gut ausgeschildert, ich muß nicht nach dem Weg fragen.

Hofladen Gutleben

Fünf Töchter haben Maria und Karl Gutleben, die alle am Hof mithelfen. Barbara hat gerade die neuen Flyer designt. “I bin hauptsächlich in der Kuchl” lacht sie, aber für uns macht sie eine Ausnahme und erzählt über den Hof. Jeweils drei Monate im Frühling (April-Juni) und drei im Herbst (September-November) kann man im Hofschank “zu Gast beim Bauer” sein. Immer Freitags ab 16:00 Uhr (bis 22:00 Uhr) und Sonntags von 13:00-18:00 Uhr werden hier Getränke ausgeschenkt und kleine Speisen verkauft. Warm dürfen sie als Hofschank nicht kochen, dafür gibt es Gutes vom eigenen Hof, wie zB die Brettljause (Speck, Wurst, Käse, Verhackertes) mit einem Obstler um sieben Euro. Oder ein Aufstrich-Tris: drei Aufstriche zum Selberstreichen um 5,50 Euro mit einer Portion Brot im Körbl. Als Hofschank sind 90% der angebotenen Getränke und 80% der Lebensmittel vom Hof. Nur das Notwendigste wird dazu gekauft.

Gleich beim Eingang rechts befindet sich der Hofladen.

Gleich beim Eingang rechts befindet sich der Hofladen.

Produkte vom Bauernhof

Während die Familie früher auch Milchkühe hatte, sind es heute nur mehr welche für die Fleischproduktion. Für den Eigenbedarf im Hofschank und für den Verkauf. Genauso ist es auch mit den Schweinen, die fröhlich vor dem Hof in einem abgezäunten Stück Wiese im Dreck wühlen und vor sich hin grunzen. Geschlachtet werden die Tiere direkt am Hof im hauseigenen Schlachtraum, dafür kommt dann eigens der Metzger. Aus dem Fleisch wird Speck oder Wurst gemacht, bei Interesse kann man es auch frisch in gemischten Boxen kaufen.

Der Käse, den es auch im Hofladen gibt, kommt von einem Schulkollegen vom Vater, erzählt Barbara. Er hat eine Käseproduktion in Bizau, im Bregenzerwald in Vorarlberg. Beim Hilkater Käse wissen sie, dass die Qualität stimmt und woher die Milch kommt.

Von den eigenen Feldern und Wiesen kommen zum Beispiel die Kartoffeln und die verschiedenen Äpfel. Maria, die Mutter, kommt ursprünglich aus dem Raum Bozen in Südtirol. Und als solche war ihr ganz klar: Hier fehlen Apfelbäume. Die verschiedensten Sorten bauen sie an – jede schmeckt ein wenig anders. Dieses Jahr ist es jedoch nur ein Bruchteil der Menge, die sie sonst ernten. Der Frost im Frühjahr hat viel kaputt gemacht. Auf der positiven Seite: die Äpfel, die den Frost überlebt haben, sind besonders schön und gut geworden, weil der Baum seine ganze Energie in sie gesteckt hat.

Neben den frischen Lebensmitteln gibt es auch noch Sirup, Apfelmost und Schnäpse im Regal. Letztere brennt Karl Gutleben selbst. Er macht zum Beispiel einen Obstler oder einen ganz besonderen Hollunderbrand.

Und dann wäre da noch der Honig, den ein Imker im Ort macht. Er stellt seine Bienenstöcke zwischen den Apfelbäumen der Gutlebens auf und so steht der Honig im besonderen Bezug zum Hof. Auch den gibt es hier zu kaufen. Ebenso wie das frische Bauernbrot aus dem Holzofen – das es entweder mit oder ohne Körner gibt.

Frische Äpfel aus der Umgebung von Innsbruck.

Frische Äpfel aus der Umgebung von Innsbruck.

Holunder-Brand vom Bauern.

Holunderbrand vom Bauern.

Man sieht ihnen ihr Glück richtig an draussen sein zu dürfen.

Man sieht den Schweinen ihr Glück richtig an, draußen sein zu dürfen.

Die Hofschank

Auf der sonnigen Terrasse lässt es sich gut aushalten, der Blick auf die Felder und in die Kalkkögel ist großartig. An kühleren Tagen ist die Stube aber sicherlich auch ein gemütlicher Ort für eine stärkende Jause.

Sonnenterrasse Hofschank Gutleben.

Sonnenterrasse Hofschank Gutleben.

Blick in die Apfelbaum-Felder.

Blick in die Apfelbaum-Felder.

Alle helfen mit am Hof.

Alle helfen am Hof mit.

Blick in die Stube, sollte es draussen zu kühl werden.

Blick in die Stube, sollte es draußen zu kühl werden.

Wanderungen & Spaziergänge in der Umgebung

Mit dem Auto erreicht man Itzlranggen in circa 20 Minuten von Innsbruck (Autobahnabfahrt Kematen). Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann von Ranggen aus zur Hofschank wandern oder am Besinnungsweg spazieren. Der Hubertusweg führt direkt von Ranggen nach Itzlranggen (etwa 1:30 Stunden, 220 Höhenmeter, knapp vier Kilometer).

Blick über die Felder und auf den Hof.

Blick über die Felder und auf den Hof.

Wanderungen rund um den Hof.

Wanderungen rund um den Hof.

Blick in die Kalkkögel.

Blick in die Kalkkögel.

Itzlranggen ist auch ein Hotspot für Pferdeliebhaber.

Übrigens: Itzlranggen ist ein Hotspot für Pferdeliebhaber!

Noch mehr direkt vom Bauern

Rund um Innsbruck gibt es mehrere Orte, wo man möglichst direkt einkaufen kann. Über einige haben wir hier am Blog bereits berichtet. Zum Beispiel am Telfer Monatsmarkt oder im Bio-Bauernladen in Natters oder beim Bauernfrühstück in der MarkthalleHier hat Marius verschiedene nachhaltige Betriebe und Einkaufsalternativen vorgestellt.

Kontakt

Hofschrank Gutleben
Itzlranggen 21
+43 523 / 28 17 87

Öffnungszeiten: April-Mai-Juni und September-Oktober-November | Freitag 16:00-22:00 Uhr, Sonntag-Nachmittag 13:00-18:00 Uhr

 

 

 

Alle Fotos: © Lea Hajner