Ums Feuer hocken, in die Glut starren, jeder kaut an einem Stück Fleisch – Grillen ist eine archaische Angelegenheit. Dabei sind die Rollen (noch) klar verteilt: Der Mann steht am Feuer, die Frau hält sich davon fern. Männer spielen manchmal gerne mit dem Feuer. Man gebe ihnen Fußball, Bier und Pferdestärken, dazu zwei Stück Fleisch (eins durchgebraten, eins im Bikini), schon sind viele von ihnen, nun ja: zufrieden. Das war früher schon so. Am besten mit Wald und Bergpanorama, denn ein bisschen Wildnis macht es abenteuerlich. Gibt es so oder auch ein wenig anders in Innsbruck und Umgebung!

Die Wildnis.

Stolz hängt er das tote Tier über die Flammen und brät es. Er hat seine heroische Pflicht erfüllt … An dieser Stelle endet der Tagtraum, verehrte Manda, es isch Zeit für BBQ-Realitäten. Die Wirklichkeit ist anders – und doch überraschend ähnlich. Am Gramartboden auf der Hungerburg qualmt und brutzelt es, was das Zeug hält. Grüppchen sitzen auf Decken oder Baumstumpfen, vor sich aufgebaut ein Grill, auf dem Koteletts, Würstl und Maiskolben braten. Hin und wieder verirrt sich eine Zucchini auf den Rost. Das Grandiose daran: ein tolles Panorama auf die Nordkette. Falls der Rauch des Grills nicht die Augen trübt. Einen Fussballplatz gibt es auch und wenn die Getränke sich dem Ende neigen, kann man ins Gasthof Gramartboden nebenan einkehren. Oder auch seiner Liebsten ein Schokoladeneis kaufen.

Am Gramartboden kann man(n) nicht nur grillen sonder auch fussballspielen. Mit Aussicht. Foto: Kristina Erhard

Am Gramartboden kann man(n) nicht nur grillen sonder auch fussballspielen. Mit Aussicht. Foto: Kristina Erhard

Anreise: mit dem Bus der Linie J bis zur Hungerburg und dann zwei Kilometer entlang des Gramartstrasse bis zum Waldspielplatz. Der Parkplatz für Autos ist kostenfrei.

Der Bikini.

Innsbruck hat einen Strand. Ja richtig gehört. Und weil die Innsbrucker ihr Licht nicht gerne unter den sogenannten „Scheffel“ stellen, nennen sie ihn Hawaii. Ja, auch richtig gehört. Hier kommt das eine zum anderen: Grillen am Fluss und – hin und wieder – der Bikini. Oder auch nicht, denn das Alpen-Hawaii ist auch eine inoffizielle FKK-Zone. Jedoch darf man auch Lendenschurz tragen und – hurra – grillen. Sonnige Sandbänke, schattenspendende Bäume und der kühle Inn machen die Grillage in der Nähe von Kranbitten zu einem Outdoor-Erlebnis (das Dixi-Klo befindet sich am Anfang der Liegewiese). Vielleicht ein bisschen so, wie man sich Fleisch braten in den Rockies vorstellen würde – wäre da nicht die Inntalautobahn in der Nähe sowie die Start- und Landebahn des Innsbrucker Flughafens. Aber was gibts denn Netteres als Airlines erraten, während das Burenhäut’l am Rost brutzelt?

Traumhafte Innstrände, das Alpen-Hawaii bei Kranebitten. Grillen erlaubt, nackt sein auch. Foto: Kristina Erhard

Traumhafte Innstrände, das Alpen-Hawaii bei Kranebitten. Grillen erlaubt, nackt sein auch. Foto: Kristina Erhard

Anreise: mit dem Bus der Linie LK bis nach Kranebitten und dann am Fussgängerweg entlang der Bundesstrasse Kranebitter Allee bis zum linksgelegenen Parkplatz unterhalb der Kaserne. Von dort führt ein Spazierweg bis zur Rimmlwiese und zu den Sandbänken am Inn. Der Parkplatz für PKWs ist bis 19:00 gebührenpflichtig.

 Im Schatten des Heiligen Landes.

Traditionsbewusste oder die, die es gerne sein wollen, grillen ihre sieben Sachen am Bergisel. Nicht unweit der Andreas Hofer – Statue befindet sich der Tumlerpark. Neben einem Kinderspielplatz findet man(n) hier auch Grill-Nischen im Schatten einer großen Tanne. Am Abend kann man bei schönem Wetter die Sonne über dem Solstein untergehen sehen. Auch in der Nähe: der Biergarten des Kulturgasthauses Bierstindl für das After-Grill-Massbier.

Kinderfreundlich und leicht zu erreichen: der Tumelpark am Bergisel. Foto: Kristina Erhard

Kinderfreundlich und leicht zu erreichen: der Tumlerpark am Bergisel. Foto: Kristina Erhard

Anreise: mit der Straßenbahn der Linie 1 bis zur Endstation Bergisel, von dort per Pedes ungefähr 500 Meter die Brennerstrasse entlang, bis links der Hohlweg abbiegt – direkt daneben befindet sich der Tumlerpark.

Mit Vorsicht, bitte!

Man sollte beim Grillen folgendes beachten: Vor allem in trockenen Sommern kann der Funkenflug durch Lagerfeuer oder Holzkohlegrills schnell zu einem Waldbrand ausarten und damit einen erheblichen Schaden anrichten. Wenn der Mann also am Rost steht und den Rauchschwaden hinterherblickt, dann kann es schon mal passieren, dass seine Urinstinkte geweckt werden und er in einen Tagtraum vom Jäger und Beschützer verfällt. Doch bevor die Koteletts und respektive der Wald verbrennen, sollte man ihn wieder wecken. Alternative Tipps und Rezepte findet ihr hier!

Für die Grillplätze gelten die in der Spielplatz- und Parkordnung festgelegten Benützungszeiten von 7 bis 22 Uhr. Reservierungen können nur für den Grillplatz beim Waldspielplatz Arzler Schießstand vorgenommen werden (Kontakt: Amt für Land- und Forstwirtschaft).

Neben den drei vorgestellten Grillplätzen gibt es auch noch ein paar andere in Innsbruck. Die findest du hier!