Es gibt so Tage, die einfach langweilig sind, an denen man eben Dinge tun muss. Das Gute daran: Essen muss man auch! Und schon ist dem Tag sein Highlight sicher. Zum Glück gibt es da kreative Menschen, die uns aus der Kochroutine rausreißen und uns neue Horizonte dieses Alltagsmuss zeigen. Denn wenn das Essen, die Atmosphäre und die Gesellschaft passen, kann der Tag noch so grau sein…

Innsbruck hat drei neue Lokale, die einerseits genau zu uns passen, und andererseits erfrischend und besonders sind. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und teilen doch einen gewissen Flair: einen Mix aus Extravaganz und Bodenständigkeit. Das eher spöttisch gebrauchte H-Wort liegt einem schon im Mund… aber Innsbruck ist mehr als ein Klischee, hier kann man am Vormittag so sein und am Abend ganz anders. Und das spiegelt sich auch in unseren Lokalen wider. 

 

Gang & Gebe

Innsbruck’s neuester Lokal-Zuwachs ist die kulinarische Erweiterung des/r Kater Noster Café/Bar, auf die viele Foodies wohl schon seit Längerem sehnsüchtigst gewartet haben. Vor der Eröffnung schnappte man bereits so manches Gerücht auf, von peruanischen Tapas war zum Beispiel die Rede. Das Restaurant ist ziemlich klein und nicht nur ziemlich stilvoll sondern sehr. Aber eben nicht zu sehr! Sondern so, dass man einen Schritt durch die Tür geht und sich wohl fühlt. Und nicht anders kann als sich erstmal genau umzusehen, an diesem Mix aus cleanem Schick und liebevollen Details schaut man sich nicht satt. Es ist ziemlich voll an diesem Donnerstag Abend, aber das Gang & Gebe reserviert nie alles aus, sondern hält noch ein paar Tische für Laufkundschaft frei. Am Tisch fällt uns auf, dass die Getränke-Karte dicker ist als das Speisen-Menü, so wundert es uns dann auch nicht, dass die Kellnerin uns die Cocktails ans Herz legt. Leicht überfordert mit der großen Auswahl entscheide ich mich für die Eigenkreation. Dafür werden ein paar Stichworte zwecks Vorlieben und Abneigungen auf einen Zettel geschrieben und wenig später steht ein Cocktail ganz nach deinem Gusto am Tisch. Bei mir hieß das: Irgendwas aus Gin, Grapefruit, Limette, Minze, Tonic, Koriander, Kardamom. Selleriechips on the side. Wow!

 

Das Abenteuer ging weiter mit vielen kleinen Gerichten, teils bodenständig aber kreativ interpretiert, teils mit internationalem Touch. Da waren Graukassuppe, Ceviche vom Tiroler Saibling, Dry-Aged Beef, Pulpo, Schokokuchen im Glas (!)… Jedesmal wunderschön angerichtet und fast zu schade zum essen, aber nur fast. Denn auch geschmacklich waren die Gerichte ein Erlebnis. Fazit: Ins Gang & Gebe geht man nicht um schnell Speicher aufzufüllen, sondern um seinem Gaumen mal wieder etwas Neues zu bieten und jeden Bissen schätzen und genießen zu können. Denn die Leidenschaft in der Küche kommt auch beim Gast so an.

D-Werk

Jetzt einen Döner! Normalerweise gibt’s dazu nur zwei Reaktionen: OH JA, immer her damit! Oder: Nein Danke, frag mich nochmal wenn ich betrunken bin. Das D-Werk zeigt, wieviel Unrecht dem ursprünglich türkischen Fast-Food getan wird. Döner kann nicht nur sündhaft fettig sein und muss auch nicht immer auf dem Heimweg nach Mitternacht im Stehen gegessen werden. Mit originellen Kreationen wird den bisherigen Vorurteilen im D-Werk der Kampf angesagt. Gesunde und qualitativ hochwertige Zutaten verwandeln den Imbiss-Klassiker in ein Gericht, das nach einem langen Uni- oder Arbeitstag schmeckt und gleichermaßen gut tut. Die vegane Variante vom Kebab-Fleisch kommt lecker gewürzt mit frischem Gemüse als Beilage. Man kann im D-Werk also auch fleischlos glücklich werden. Der obligatorische Joghurt-Drink Ayran darf natürlich auch niemals fehlen, serviert in der biologisch abbaubaren Flasche. Im D-Werk ist der ökologische Fußabdruck nicht egal, es wird komplett auf jegliche Plastikverpackungen verzichtet. Döner auf Bambus statt im Alu-Wrap? Very 2018!

Woosabi

 

Eine urbane Oase mitten in der Stadt… schwierig, sich da was darunter vorzustellen. Aber das Woosabi trifft’s auf den Punkt: Asiatische Exotik trifft auf europäischen Charme. Die Innenausstattung ist modern mit vielen Holzelementen und Pflanzen – da kommen tatsächlich nicht zu wenig Urlaubsvibes auf. Dabei treffen die Woo-Bowls den Zahn der Zeit, mit vielen verschiedenen Gschmacksrichtungen und Konsistenzen in einer Schüssel vereint. Für Burger Liebhaber gibt’s die asiatische Version mit den Bao Burgers, sehr weiche, gedämpfte Brötchen mit einer Auswahl an Füllungen die von Beef über Lachs bis hin zu Tofu gehen. Perfekt abgerundet (und mein persönliches Highlight) wurde das Menü dann mit einem Iced Coconut-Coffee – only at Woosabi Ibk! Natürlich bleibt nach einem Besuch im Woosabi fast nichts anderes übrig als noch auf ein Kraftbier ins Moustache nebenan – nützt ja nix! 🙂

 

Noch einmal alles auf einen Blick:

Gang & Gebe:
Leopoldstraße 7, 6020 Innsbruck
Reservierungen online oder unter 0664/5997949
Die Karte wird alle paar Monate erneuert, Preise der Tapas varieren (z.B.: Linsensuppe: € 3,-, Beiried: € 11,-, Cocktail Spezial: € 9,60)

D-Werk:
Innrain 30a, 6020 Innsbruck
Reservierungen: 0512/38 27 60
Menü und Preise findet ihr hier.

Woosabi:
Herzog-Otto-Str 8, 6020 Innsbruck
Reservierungen: 0512 560 813
Menü und Preise findet ihr hier.