Was ist Luxus? Auf diese Frage gibt es sehr unterschiedliche Antworten. Für mich sind es Zeit, Ruhe und gutes Essen. Als Mama von zwei sehr lebhaften Jungs habe ich selten Zeit in Ruhe richtig gut zu essen, aber wenn, dann genieße ich es sehr. Heute stelle ich euch heute drei Restaurants vor, auf die der Begriff Luxus meiner Meinung nach wirklich zutrifft.

Das “grüne Tier” am Mieminger Plateau: Greenvieh

Greenvieh – wenn man den Namen liest, kann man sich schon ungefähr vorstellen, wo sich das Restaurant befindet. Gut, ich musste googlen, aber mir war klar, es hat etwas mit Golf zu tun. Das Restaurant ist benanntnach der Greenfee, der Gebühr, die Golfer zahlen müssen, um auf dem Golfplatz spielen zu dürfen. Was ein Vieh ist, wissen wir hoffentlich alle, wenn nicht – googelt bitte.

Golfplatz am Mieminger Sonnenplateau

Ein Paradies für jeden Golfer. © Alpenresort Schwarz

Das Restaurant Greenvieh liegt direkt neben dem Golfplatz am wunderschönen Mieminger Plateau. Perfekt, um nach einer Runde Golf auf der Sonnenterrasse mit Freunden zu entspannen, sich einen Drink zu gönnen und wirklich gutes Essen zu genießen. Natürlich sind auch alle „Nicht-Golfer“ herzlich willkommen. Ich war mit meiner Mutter dort. Wir hatten einen wunderbaren Abend im Greenvieh und das, obwohl keine von uns jemals einen Golfschläger in der Hand hatte.

Greenvieh

Bei dieser Landschaft isst das Auge mit. © Alpenresort Schwarz

Der Service ist wirklich ausgezeichnet, die Kellner sind sehr freundlich und zuvorkommend. Es handelt sich um ein gehobenes Lokal, aber keinen Falls hochgestochen. Das Essen ist hervorragend. Ich kann euch versprechen, jeder wird hier fündig. Ihr habt Lust auf Burger? Check! Sushi? Check! Nudeln, Gröstl, Schlutzkrapfen… Check! Ein absolutes Highlight ist der Holzkohlegrill. Ich habe mir fest vorgenommen, demnächst mit meinem Mann wiederzukommen. Bei Köstlichkeiten wie Rinderfiletsteak oder mit BBQ-Sauce marinierten Spareribs vom Kräuterschwein läuft ihm nämlich schon beim puren Gedanken daran das Wasser im Mund zusammen. „Schwerpunkt sind bei uns regionale Produkte wie Ötztaler Seesailbing, Haller Alpengarnele, Wild aus eigener Jagd,“ erklärt mir Marketingleiterin Tina Oberwasserlechner. Heimische Qualität die man schmeckt.

 Greenvieh Sushi Bowl

Die Greenvieh Sushi Bowl – ein Gedicht!

 

Safranrisotto

Safranrisotto: Herz was willst du mehr!

Mein Fazit: Fahrt nach Mieming, macht euch einen schönen Abend, genießt köstliches Essen in einem wunderbaren Ambiente! Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich euch sage, ihr werdet es nicht bereuen.

 

Zum Wilden Mann: Tiroler Küche auf Haubenniveau

Einen schönen Kontrast zum eben vorgestellten modernen „Greenvieh“ bildet der „Landgasthof zum Wilden Mann“. In Lans, nur etwa zehn Autominuten von Innsbruck entfernt und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, befindet sich dieses traditionsreiche Gasthaus. Das erste Mal war ich mit meiner Familie im Wilden Mann. Schon von außen vermuteten wir, dass es sich um ein traditionelles Tiroler Restaurant handelt. Sobald wir drinnen waren, beantwortete die freundliche Kellnerin uns die Frage nach dem reservierten Platz mit den Worten: „Da hinten, direkt unterm Herrgott“ und deutete auf einen gemütlichen Tisch mit Eckbank, unter einem Kreuz, in einer wunderschönen Stube. Kein Zweifel, hier wird Tradition großgeschrieben.

Gasthaus zum wilden Mann

Wer hat Angst vorm wilden Mann? Niemand, wenn er kochen kann!

Bereits im Mittelalter war der Standort des Wilden Mannes eine wichtige Raststätte an der Römer Straße auf dem Weg nach Süden. Heute genießt man hier sieben Tage die Woche preisgekrönte Haubenküche und Tiroler Wirtshauskultur. Seit 1985 wird der Wilde Mann als Familienbetrieb von Sieglinde Schatz, ihrer Tochter und ihrer Enkelin weitergeführt. Sie legen besonderen Wert auf Regionalität und unterstützen mit Vorliebe lokale Lebensmittellieferanten. Die Kartoffeln kommen beispielsweise direkt vom Nachbarhof auf den Teller, Wild stammt zum Teil aus der heimischen Jagd.  Qualität, die man schmeckt und die auch mit dem AMA-Gastrosiegel ausgezeichnet wurde.

Schlutzkrapfen

Schlutzkrapfen mit Butter und Käse – besser geht’s nicht.

Ich möchte auch hier, neben der ausgezeichneten und preisgekrönten Küche, die Freundlichkeit des Servicepersonals hervorheben. Mein Sohn, ein ausgesprochen wählerisches Kerlchen, wollte unbedingt einen Kaiserschmarrn. Blöderweise stand der nicht auf der Karte, was er aber auf keinen Fall akzeptieren wollte. Für Koch und Kellner im Wilden Mann kein Problem. Mein kleiner (ebenfalls sehr wilder) Mann bekam seinen Schmarrn, und was soll ich sagen, es war einer der besten, die wir je gegessen haben.

Kaiserschmarrn

Bei diesem flaumigen Kaiserschmarrn hat die ganze Familie mitgenascht.

Alle, die richtig gute heimische Küche in einem stilechten, typisch tirolerischen, traditionsreichen Ambiente genießen wollen, sind im Wilden Mann genau richtig.

“Is der Weg a no so steil, in die Höll lohnt’s sich allaweil”

Das Essen im Bistro Höll ist absolut himmlisch, lasst euch also nicht vom Namen in die Irre führen. Der hat rein gar nichts mit der Qualität der Speisen zu tun, sondern mit dem Standort. Das Bistro befindet sich auf 1.000 Metern Seehöhe, hoch über den Dächern Pfaffenhofens im Weiler Höll. Ein Ort, an den man sich sicher nicht zufällig verirrt. Wer hierher kommt, weiß warum. „Wir sind vermutlich das, was man einen Geheimtipp nennt. Unsere abgeschiedene Lage ist wohl auch der Grund für unser Geschäftsmodell: Stammkundschaft statt Laufkundschaft.“

Bistro Höll

Wer den Weg ins Bistro Höll findet, wird belohnt.

Ein Geheimtipp für all jene, denen gutes Essen wichtig ist, die aber keine Lust auf Etepetete haben: Im Bistro Höll bekommt man anständige Portionen zu einem vernünftigen Preis. Serviert werden mediterrane Spezialitäten, modern interpretiert: Von frischem Fisch in der Salzkruste über spanische Klassiker wie Gambas al Ajillo oder Paella Marisco bis hin zum berühmt-berüchtigten Dry Aged Steak vom US Beef – allesamt Gustostückerln, wie man sie selten findet. Wer meint, er müsse sich schick machen, irrt. Dresscode gibt es keinen, alles ist entspannt, locker und trotzdem speist man wie in einem internationalen Haubenlokal. Eine Mischung, die nicht nur mir, sondern auch den zahlreichen Stammkunden gut gefällt. Da das Bistro mit gerade einmal zehn Tischen im Innenbereich recht klein ist, ist eine Reservierung empfehlenswert. Bei gutem Wetter lässt es sich außerdem auch gut auf der Panorama-Terrasse mit Blick auf die Hohe Munde aushalten.

Es gibt immer einen Grund sich selbst und andere zu verwöhnen. Am einfachsten gelingt das mit einem guten Essen. Als nichts wie los, schnappt euer Telefon, reserviert einen Tisch und genießt einen wundervollen Abend mit euren Liebsten. Diese kleine Auszeit habt ihr euch verdient.

Noch nicht das richtige dabei? Meine Kollegin Lea vor kurzem ebenfalls in Lans und stellt euch hier ein hervorragendes Lokal vor.

Informationen

Greenvieh:
Adresse: Obermieming 141, A-6414 Mieming
Telefon +43 5264 5212 561
Reservierung über Whatsapp: +43 660 37 22 622
Website
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 9:00 – 23:00 Uhr, warme Küche von 12:00 – 21:00 Uhr
Anreise mit den Öffis: vom Innsbrucker Hauptbahnhof fährt der Bus 4176 Richtung Nassereith, Ausstieg Mieming Gh Post, Fußweg circa sieben Minuten.

Zum Wilden Mann:
Adresse: Römer Straße 12, A-6072 Lans
Telefon: +43 512 379696
Fax: +43 512 379139
E-Mail: info@wildermann-lans.at
Homepage
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 11:30 – 21:30 Uhr, am Nachmittag gibt es eine kleinere Karte.
Anreise mit den Öffis: Ab Innsbruck nimmt man am besten den Bus der Linie J oder 4134, Ausstieg Sennerei.

Bistro Höll:
Adresse: Höll 65, A-6405 Pfaffenhofen
Telefon: +43 676 40 98 461
E-Mail: valentin@bistrohoell.at
Homepage
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 11:30 – 14:00 Uhr und 18:00 – 23:00 Uhr
Anreise mit den Öffis: Nach Pfaffenhofen fährt man am besten mit dem Zug. Allerdings gibt es keine öffentlichen Verbindungen zum Weiler Höl. Wer mit dem Zug kommt, nimmt nimmt am besten ein Taxi vom Bahnhof Pfaffenhofen. Der Fußmarsch von dort zum Restaurant dauert nämlich 45 Minuten.

Titelbild: © Alpenresort Schwarz / Greenvieh
alle anderen Bilder: Elisabeth de Koekkoek