Lieber Apfelstrudel,

wir kennen uns schon lange. Schon in meiner Kindheit wurden wir einander vertraut gemacht. Bei Oma gab es dich immer mit Strudelteig, feinstens und mit höchster Sorgfalt ausgezogen. So fein, dass man die untergelegte Zeitung lesen konnte. Schon während der Zubereitung wurde fleißig an der Füllung genascht.

Wie froh ich bin, dass es dich gibt. Du bist so süß und säuerlich zugleich. Zu jedem Kaffee ein Höchstgenuss. Einfach nicht mehr wegzudenken. Allein der Duft von Apfelzimt verzaubert mich jedes Mal. Und das nicht nur im Herbst oder zu Weihnachten! Du bist der allerbeste Klassiker. Am besten schmeckst du frisch aus dem Ofen mit Staubzucker vernascht. Ab und zu auch mit Vanillesauce, vor allem gerne nach dem Skifahren. Nicht nur ein, sondern manchmal auch gleich zwei Stücke werden dann verdrückt.

Ach, wie vielfältig du bist. Mürb-, Topfen-, Sauerrahm-, Blätter- oder der gezogene Strudelteig, danke, dass es so viele Strudelteigrezepte gibt. Da ist für jeden Geschmack auf jeden Fall etwas dabei. Und da sich die Gewohnheiten mit den Generationen verändern, habe ich nun das Apfelstrudelrezept mit Topfenteig meiner Mutter übernommen, das sehr einfach zuzubereiten ist, so fein schmeckt und jedes Mal garantiert gelingt!

Hochachtungsvoll, deine Nadja!

In diesem Sinne!

Das wird benötigt (für zwei Apfelstrudel):

Für den Apfelstrudel Teig:

  • 250g Butter
  • 250g Topfen
  • 1 Prise Salz
  • 250g Mehl

Für die Füllung:

  • 1 1/2-2 kg Äpfel aus der Region z.B.: Markthalle in Innsbruck 
  • Saft einer halben Zitrone (bei Bedarf)
  • 50 g Zucker
  • 1-2 TL Zimt (je nachdem wie man’s gerne hat)
  • 60 g Butter
  • 70 g Brösel
  • 1 Ei, verquirlt, zum Bestreichen

Und so geht´s:

Für den Teig alle Zutaten in einer großen Schüssel vermengen und zu einem glatten Teig kneten. Den fertig gekneteten Teig in den Kühlschrank stellen und circa eine Stunde rasten lassen. Während der Teig rastet, die Füllung zubereiten. Nach dem Rasten: Den Teig in zwei Hälften teilen und mit einem Teigroller dünn ausrollen.

Die Äpfel schälen, entkernen und fein schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln und beiseite stellen. Die Butter in der Pfanne schmelzen, die Brösel darin goldbraun anrösten. Zum Schluss Zimt und Zucker untermischen und vom Herd nehmen. Die Bröselmischung auf dem ausgerollten Teig verteilen. Die Apfelscheiben darüber legen und nochmals mit etwas Bröselmischung bedecken. Die Strudelenden übereinanderlappen lassen, sodass nichts herausfallen kann. Die überlappenden Enden lege ich am Blech nach unten, sodass nur mehr die Glatte Seite zu sehen ist. Diese mit dem verquirlten Ei bestreichen. Die beiden Strudel bei 180 Grad Celsius circa 30 Minuten lang backen.

Etwas auskühlen lassen und mit Staubzucker bestreuen,  mit Schlagobers oder Vanillesauce servieren.

Lasst es euch schmecken!

Fotos: Nadja Hudovernik