Ein neuer Bauernmarkt hat letzte Woche seinen Einzug in die Stadt gefeiert. Unter dem Slogan “Die Bauern kommen” fand drei Tage lang ein großer Markt mit Rahmenprogramm am Marktplatz statt. Ab Oktober wird der Markt sein neues Zuhause jeden Donnerstag von 16:00 bis 20:00 am erst kürzlich geschaffenen Platz vor der Innsbrucker Markthalle beziehen. So können die Städter einerseits noch nach der Arbeit frische Produkte vom Direktvermarkter kaufen, andererseits tritt man so nicht in Konkurrenz mit den Bauern in der Markthalle selbst, die täglich am Vormittag ihre Produkte anbieten.

Die Einladung regionale Produzenten persönlich kennenzulernen gilt natürlich nicht nur für Einheimische. “Ziel ist es, die Verbindung zwischen den Produzenten am Land und den Konsumenten in der Stadt neu aufzubauen und zu verstärken,” meint Claudia Kogler, Mit-Initiatorin des Marktes. 

Das neue “Dorf der Alpen”

Organisiert ist der Markt von einem neu gegründetem Verein, hinter dem in erster Linie die bereits genannte Claudia Kogler (Restaurant Die Wilderin) und Hannes Zanon (Bauer in Absam – mit Hofladen am Franzelerhof). Viele der Anbieter sind langjährige Lieferanten des Restaurants in der Innsbrucker Innenstadt. Entstanden ist die Idee schon vor vielen Jahren. Seit letztem April sind die Dinge ins Rollen gekommen. Und dann ging alles recht schnell. So schnell, dass Claudia bei einer kleiner Führung über das Marktgelände selbst ein wenig überwältigt wirkt. Überall sieht man freundliche Gesichter, die Stimmung ist trotz Regen am Eröffnungstag ausgesprochen locker und gut.

Neugierige Inder verkosten gebackenen Bovist, anderswo wird über die Herkunft des Fleisches diskutiert. Ob die Tiere ein gutes Leben hatten, möchte ein Besucher wissen. Der Verkäufer von der Schlachtstelle im Pitztal versichert ihm, dass die Tiere von den Bauern es gut hatten – und so gut das geht auch der Moment, wo er dabei war – die Schlachtung – “gut” gewesen ist. Mit auf der Tafel steht neben dem Fleisch und dem Preis auch der Name des Bauern und der des Tieres. Persönlicher geht’s kaum.

Die Kriterien für die Auswahl der Anbieter hat der Verein selbst erstellt, momentan sind alle Anbieter aus Tirol. Gut und ehrlich müssen ihre Produkte sein. Viele davon sind bio-zertifiziert, aber nicht alle. Wie genau es mit dem Verein weitergehen wird, entscheidet die nächste Hauptversammlung am 8. Oktober, wo weitere Richtlinien fixiert werden. Es ist ein Projekt im Entstehen.

Ein kleiner Streifzug über den Markt gibt Einblick in das potenzielle Angebot: 

Eröffnungstag am Marktplatz.

Eröffnungstag am Marktplatz.

Nicht nur frisches Gemüse, sondern auch Lebensmittel auf Vorrat gibt es hier zu kaufen.

Nicht nur frisches Gemüse, sondern auch Lebensmittel auf Vorrat gibt es hier zu kaufen.

Florian Senftlechner produziert Ziegenkäse in Ehrwald.

Florian Senftlechner produziert Ziegenkäse in Ehrwald.

Eingelegte Zucchinis und Wildkräuter Salz - auch als Geschenk ideal.

Eingelegte Zucchini und Wildkräutersalz – auch als Geschenk ideal.

 

Schon mal den neuen Latschensirup von Nako verkostet?

Schon mal den neuen Latschensirup von Nako verkostet?

Neben den Verkaufsständen gab es beim Auftakt auch einige Infostände, wie jener von Urlaub am Bauernhof, den Seminarbäuerinnen mit dem Angebot “Schmatzi” und “Dorfschule” für Kinder und musikalische Untermalung. Eine schöne Ergänzung für ein solches Event.

Als ich am nächsten Tag wiederkomme, verkoste ich vor allem das Essen an den Food-Ständen. Das wird es an den Donnerstagen zwar nicht geben, aber vielleicht ja doch das eine oder andere Event mal wieder. Die Osttiroler Schlipfkrafen (mit unendlich viel flüssiger Butter) und die köstlichen Kuchen von Woody’s Schmankerlkiste schmecken auf jeden Fall extrem gut. Hoffentlich bald wieder!

Schlipfkrapfen in Butter und köstliche Kuchen am Marktplatz.