Das wichtigste gleich vorneweg: es heißt DIE Palatschinke. Bitte niemals DER Palatschinken sagen. Auch nicht zum Einzelstück. Dann spricht man nämlich immer noch von einer Palatschinke, in der Mehrzahl dann von vielen Palatschinken. Palatschinken kommen zuhause selten alleine, also ist die Mehrzahl durchaus gängig. Alleine oder zu zweit findet man sie nur auf der Dessert-Seite von Speisekarten im Restaurant. Aber im Grunde genommen sind sie eine Speise für sich. Ein Selbstversuch wird es bestätigen!

Österreichische Palatschinken sind fast immer mit Marmelade gefüllt, der absolute Klassiker unter allen Klassikern sind die Marillenpalatschinken. Also mit Aprikosenmarmelade für unsere deutschen Nachbarn. Dann folgen die weiteren Klassiker: Eispalatschinken, Topfenpalatschinken, Schokopalatschinken und natürlich nicht zu vergessen die pikant gefüllten Varianten wie etwa Schafkäse-Spinat mit etwas Käse überbacken. Kreative Interpretationen umfassen Palatschinken aus Buchweizenmehl oder Schüttelbrot-Palatschinken, wie es sie im Sommer zum Beispiel auf der Umbrüggler Alm gibt.

Links: homemade Marillenpalataschinken, rechts: Umbrüggler Alm Schüttelbrotpalatschinken

Links: Homemade Marillenpalataschinken, Rechts: Schüttelbrot-Palatschinken mit Spargel auf der Umbrüggler Alm.

Einfaches Rezept für Marillenpalatschinken

Zutaten

Für 2 Portionen (ca. 6-8 Palatschinken je nach Pfannengröße) 

  • 200g Mehl (im Original: Weizenmehl glatt, variabel nach Allergien und Vorlieben)
  • 250g Milch
  • 1 Ei
  • eine gute Prise Salz
  • Puderzucker zum Drüberstreuen
  • Butterschmalz
  • Marmelade (zB Marillenmarmelade, Ribisel oder auch Himbeer – was die Vorratskammer hergibt)

Zubereitung

Für den Teig mischt man das Mehl mit zwei Drittel der Milch. Das macht man am besten mit einem Schneebesen um Bröckchen zu vermeiden. Bloß nicht mit dem Mixer, denn der würde zu viel Luft in den Teig befördern und Luft im Teig ist der Feind aller Palatschinkenköche.

Entgegen der Meinung einiger brauchen Palatschinken übrigens nicht sonderlich viele Eier, man darf also sparsam sein und ein Ei in die Masse untermengen. Jetzt kommt auch das Salz dazu. Zucker kommt in echte österreichische Palatschinken übrigens niemals in den Teig! (Das hat noch andere praktische Recyling Gründe, zu denen ich weiter unter komme.) Nochmals gut rühren und die restliche Milch je nach Bedarf hinzugeben.

Nun ruht der Teig eine halbe Stunde. Das ist wichtig, denn einerseits steigt jetzt die Luft aus dem Teig nach oben und andererseits quillt das Mehl auf. Kann sein, dass man nach 30 Minuten noch 1-2 Esslöffel Milch hinzufügen muss. Der Teig soll schön flüssig sein.

Eine Pfanne erhitzen, dann in die heiße Pfanne etwas Butterschmalz verteilen. Verwendet man zuviel Fett wird die Palatschinke später hart. Am besten nimmt man ein Stück Küchenrolle oder einen Pinsel zum sparsamen Verteilen.

Der nächste Schritt braucht etwas Übung: mit einem Schöpflöffel die richtige Menge Teig in die leicht geneigte Pfanne schütten. Am besten schüttet man den Teig in die Mitte und beginnt dabei bereits die Pfanne zu schwenken. Solange bis der Teig den gesamten Boden ausfüllt, im Idealfall geht sich das genau mit der Teigmenge aus, die man vorher in der Schöpflöffel gefüllt hat.

Wenn die erste Palatschinke nichts wird, nicht verzagen. Die erste ist oft die Opferpalatschinke. Aus unerfindlichen Gründen geht es danach erst so richtig los! Naschkatzen genehmigen sich die Opferpalatschinke schon während des Kochens. Fettig, knusprig und mit den Händen gegessen, schmeckt sie meistens überraschend gut.

Fertig braten und füllen

Sobald der Rand der Palatschinke leicht dunkel wird und sie auf der Oberseite nicht mehr flüssig ist, kann man sie mit einem Bratwender oder Palettenmesser umdrehen. Anschließend auf einen Teller gleiten lassen und eventuell mit einer Schale abdecken oder im Ofen bei 50 Grad warm stellen. Palatschinken macht man nicht auf Vorrat, denn alte Palatschinken schmecken hart und zäh.

Die Palatschinken werden nun je zu zwei Dritteln mit Marmelade dünn bestrichen und locker von einer Seite her aufgerollt. Ab damit auf den Teller, kräftig Staubzucker drüber verteilen und noch heiß servieren!

Rühren, rühren, rühren.

Rühren, rühren, rühren.

Zuerst wird die Marmelade verteilt, dann locker aufgerollt.

Zuerst wird die Marmelade verteilt, dann die Palatschinke locker aufgerollt. 

Tipps & Tricks

  • Recyling in der österreichischen Küche: Übrige Palatschinken schmecken herrlich als Fritatten in der Suppe! Einfach die kalten Palatschinken aufrollen und in dünne Scheiben schneiden. Die Röllchen lassen sich in einem geeigneten Gefäß auch gut einfrieren.
  • Jede Palatschinke hat zwei Seiten: die Landkarte und den Leoparden. Ich rolle die Landkarte immer nach außen, aber auch das ist Geschmacksfrage!
  • Idealerweise sind Palatschinken recht dünn, dünner als deutsche Pfannkuchen und dicker als französische Crêpes.
  • Nutella-Palatschinken, so sagt man, haben sogar die zauberhafte Fähigkeit die Stimmung zu retten, wenn die Luft gerade besonders dick in der Wohnung ist!
Palatschinken-Restlverwertung: Fritatten.

Palatschinken-Restlverwertung: Fritatten.

Mit der Fritattensuppe schließt sich der Palatschinken-Kreislauf.

Mit der Fritattensuppe schließt sich der Palatschinken-Kreislauf.

In diesem Sinne: Mahlzeit!