Vor 200 Jahren entdeckte das Fahrrad das Licht der Welt. Genauer gesagt war es Karl Drais, der am 12. Juni 1817 als erster auf einer Laufmaschine, der Urform des Fahrrads, unterwegs war. Heute hat sich das Fahrrad als das führende Mittel zur Fortbewegung etabliert. Ich begehe sein 200- jähriges Bestehen mit dem Patscherkofel Radweg in den Tuxer Alpen am Fuße des Innsbrucker Hausbergs Patscherkofel.

Der Patscherkofel Radweg bei peitschendem Wind

Es ist ein windiger Tag im Mai. Der Föhn peitscht vehement. Ich parke mein Auto am Parkplatz der Talstation Patscherkofel, lade mein Mountainbike vom Heckklappenträger und richte mich ein: für den Patscherkofel Radweg von Igls nach Judenstein. Ich fahre die Badhauswegstraße entlang durch den Wald bis zum Clubhaus des Golfclub Igls. Dort biege ich auf die Römerstraße und fahre kurz danach vor dem Römerhof nach rechts. Dort startet der Patscherkofel Radweg. Beim ersten Wegkreuz führt der Weg geradeaus.

Patscherkofel Radweg

Bei der ersten Weggabelung führt der Patscherkofel Radweg geradeaus in den Wald. Foto: Hartmut Müller

Der gut beschilderter Schotterweg schlängelt sich weiter durch den Wald bei mäßiger Steigung. Ein idyllischer Brunnen spendet frisches Bergwasser. Dieses Plätzchen bietet sich als Rastplatz für Familien oder als Sammelpunkt für größere Gruppen an. Auch ich setze mich auf die Bank und lausche dem unentwegt stürmischen Föhn. Dabei sinniere ich über die Erfindung des Fahrrads. Es ist schon bemerkenswert, dass der Erfinder Drais bei seinem Prototypen vor 200 Jahren eine Radgröße ersonnen hat, die auch heute noch bei Fahrrädern Usus ist. Jetzt gerade möchte ich ihn fragen, was er von meinem Mountainbike und dem Trend zum E-Bike hält. Außerdem ist das Fahrrad das gesündeste Fortbewegungsmittel, das es gibt. Neben seinen unterschiedlichen Ausprägungen vom Rennrad über das Trekking Rad bis zum Mountain- und E-Bike zur körperlichen Ertüchtigung, löst es als Nahverkehrsmittel Probleme wie Umweltverschmutzung, Lärm und Platznot in Städten. Dann schwinge ich mich wieder auf mein Rad, biege links ab und nach 20 Metern geht es rechts Richtung Sistrans.

Ein idyllischer Rastplatz im Wald. Bei frischem Bergwasser kann man sie Seele baumeln lassen. Foto: Hartmut Müller

Was für ein Ausblick und welch eine Stimmung. Der Weg ist das Ziel nach Sistrans. Foto: Hartmut Müller

Von Igls über Sistrans und Aldrans nach Rinn

Bei Rückenwind schwebe ich nach Sistrans. Im Dorf ziehe ich mir eine Jacke über. Es hat wohl nicht mehr als 15 Grad. Bei der Landmetzgerei Piegger halte ich mich rechts und biege dann beim Gemeindebauhof kurz links ab. Dann fahre ich rechts den Bogenweg entlang, der mich vorbei einer Siedlung über weite Felder führt.

Unendliche Weiten: zwischen Äckern und Wiesen radelt es sich entspannt. Sogar wenn der Wind über die Felder peitscht. Foto: Hartmut Müller

Ich komme zur Einmündung des Aldranser Almenweg und fahre links Richtung Fagslung. Dort biege ich noch vor Beginn der Siedlung rechts auf einen Schotterweg ab. Ich folge der Beschilderung, komme an einem Bach vorbei bevor es auf die Landstraße Richtung Rinn geht. Bei der Fischzucht Teufelsmühle fahre ich Richtung Judenstein und genieße das Schauspiel der Butterblumen vor der Kulisse des Kellerjochs: pittoresk

Die Butterblumen biegen sich im Wind. Vor dem Horizont sonnt sich das Kellerjoch. Foto. Hartmut Müller

Die letzte Station der Tour führt mich zur Kirche nach Rinn. Zurück trete ich gegen den immer heftiger werdenden Föhn, mit Windspitzen bis zu 120 km/h, teils auf Feldwegen und auf der Landstraße. Zum Glück lebe ich nicht vor 200 Jahren, sonst müsste ich jetzt mit einem Laufrad gegen die Steigung und die Kraft der Natur kämpfen.

Die Kirche in Rinn. Foto: Hartmut Müller

Rinn ist ein wahres Hiking und Biking Paradies. Foto: Hartmut Müller

Danach bin ich erschöpft und unterkühlt, aber zufrieden. Der Patscherkofel Radweg ist wunderschön und ein perfektes Freizeitprogramm. Ich bin froh, dass das Fahrrad erfunden worden ist. Danke Karl Drais!

Auch Innsbruck und seine Feriendörfer erweisen dem Fahrrad mit wunderschönen beschilderten Radtouren alle Ehre. Die Bergdoktor Radwanderung am Mieminger Plateau ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Beim Genussradweg entlang des Inns stehen kulinarische Gaumenfreuden im Mittelpunkt. Eine familienfreundliche Radtour findet ihr auch durch das ruhige nasse Tal von Völs nach Axams.

Mein Tipp: Schaut mal auf die Seite der Bike City Innsbruck. Das ist für jeden Radler etwas dabei.

Tourdaten Patscherkofel Radweg

Start: Talstation Patscherkofelbahn, Seehöhe 903
Ziel: Judenstein in Rinn, Seehöhe 907
Höhendiffernz: 250 Höhenmeter
Weglänge: 20 Kilometer
Dauer: 1h 15min
Schwierigkeit: leicht
Wegbeschaffenheit: Asphalt, Schotter, Waldweg