Ach Patscherkofel! Da stehst du trotzig zwischen den Stubaier- und Tuxer Alpen, von den Gletschern der Eiszeit abgeschliffen und blickst wehmütig auf die Nordkette mit ihren schroffen Felshängen, dem steilen Gehabe und dem hochnäsigen Hafelekar. Siehst, wie täglich Freerider, -styler und Sonnenanbeter auf die Seegrube pilgern und lässt deinem Ärger Föhn-umblasend Luft, indem du deinen Gipfel mit Sturmböen beutelst. Da bist du nun, du sanftmütiger Hausberg, und wartest darauf, dass ich mich für dich entscheide. Das tu ich auch. Und weißt du warum? Ich erkläre es dir!

1. Du hast mir das Skifahren beigebracht!

Skifahren, Skitouren, Rodeln – was hast du mir nicht alles ermöglicht, lieber Patscherkofel! Foto: Kristina Erhard

Du gibst mir sanfte Hänge und abwechslungsreiche Pisten: Auf dir habe ich das Skifahren erlernt und dabei (fast) keine Angst gehabt. Du hast mich am Anfang mit flachen Pisten geschont auf denen ich lernen konnte, erste Schwünge zu ziehen. Als ich besser wurde, gabst du mir eine lange Abfahrt in das Tal um meine Kondition und Kraft zu trainieren. Du schenktest mit erstes Selbstvertrauen auf dem steilen Ochsenschlag. Durch dich lernte ich, mich auf alle Schwierigkeiten im Skifahren einzustellen.

2. Es gibt mehr als Pommes auf den Bergen!

Ein Haus für die Ewigkeit, ein Schutz vor “Brachialfood”: Im Schutzhaus am Patscherkofel wird feinste Bergkulinarik aufgefahren, Foto: Innsbruck Tourismus

Du hast mir eine wichtige Erkenntnis auf den Weg gegeben: Nicht nur Pommes schmecken während eines Skitags. Als ich zu Mittag stur im Schutzhaus neben dem Schlepplift meine Fritten mit Ketchup bestellen wollte, fanden sich unter dem ehrwürdigen Gebälk des fast hundertjährigen Hauses Knödelvariationen, Salate und hausgemachter Kaiserschmarrn wieder. Seitdem weiß ich hausgemachte, regionale Gerichte am Berg zu schätzen und bin dankbar dafür, nicht in einem Selbstbedienungsrestaurant abgefertigt zu werden. Besonders freue ich mich übrigens heutzutage über das Flusskrebs-Gröstl, wenn ich mich am Kachelofen aufwärme.

3. Alles ist Zirbe!

Zirbe und Weitblick: Was die einen dem Zirbenschnaps zuordnen, schenkt mir der Patscherkofel auf seinem Gipfel. Foto: Innsbruck Igls

Als du mir das Skitouren-Gehen auf deinen Pisten ermöglicht hast, belohntest du mich auf deinem runden Gipfel nicht nur mit einem grandiosen Ausblick über das Inn- und Wipptal. Du gabst mir auch noch meinen ersten besten hausgemachten Zirbenschnaps auf der Welt in der Gipfelstube. Überhaupt scheinst du sehr auf Zirben zu stehen, immerhin führt ein eigener Zirbenweg rund um deinen Gipfel. Das finde ich so toll an dir: Du versuchst aus dem was du hast, etwas Besonderes zu machen und lässt jeden daran teilhaben. Egal ob jung oder alt, fit oder gemütlich.

4. Du bist ein Sonnenschein!

Sonne von allen Seiten: Du, lieber Patscherkofel, bist ein Sonnenanbeter. Foto: Kristina Erhard

In allen Lebenslagen versorgtest du mich mit Sonne. Als würdest du wissen, wie glücklich das die Menschen macht. Es schien mir als Kind fast, als würdest du der Sonne noch einen kleinen Schubs geben, damit sie deinen Gipfel und die Terrassen, Tische und Bänke deiner Hütten besonders lange anscheint. Im Winter streckst du deinen runden Kopf bis zur letzten Minute in die wärmenden Strahlen und lässt dich dabei von keinem deiner großen Nachbars-Bergen unterkriegen.

5. Auf dich kann man sich verlassen!

Man mag dich bebauen, beschneien und mit Massen an Menschen bedrängen: Du bist nicht nachtragend. Im Gegenteil: Du freust dich über die Aufmerksamkeit. Foto: Innsbruck Tourismus

Du bist nicht nachtragend: Da hat man dich bebaut, beschneit und Schneisen in deinen Wald geschlagen. Trotzdem bist du einfach du geblieben, du lässt dich nicht verändern: Du bist unser Hausberg. Ich denke, ein bisschen genießt du deine Schönheits-Treatments: Ein neuer Sessellift, sogar eine neue Gondelbahn, beschneite Pisten und dazugehörende, tägliche Pistenmassagen. Das sind vielleicht keine Sportbehandlungen in Form von neuester Technologie, sowie sie deine Bergnachbarn bekommen. Aber deine Vorzüge kommen so perfekt zur Geltung. Das weißt du auch.

So, lieber Patscherkofel. Ich hoffe, du fühlst dich nun ein bisschen besser. Vergiss nicht, du bist unser Hausberg. Du kannst auf uns zählen – so wie wir auf dich!