50 Bergführer und 600 Teilnehmer aus Südtirol, Deutschland und Österreich: Die Alpin-Tiefschneetage im Kühtai sind ein Superlativ. Auch weil die Organisation dieses Events von events pur sensationell war. Dem aktiven Schneesportler konnte das teils widrige Wetter nichts anhaben. Alpin gesprochen war es “relativ passabel” und so ging das Programm von 17-19. März in all seiner Vielfalt sicher über die Bühne. Hier zeigte das Team von mc2alpin rund um den Berg-und Skiführer Walter Zörer großes Können.

Alpin-Tiefschneetage: Bergführer und Teilnehmer vor Beginn des Workshops

Sonntag um 8:30: sich einfühlen, Ausrüstung checken und die Vorfreude aufsaugen. Mit dem genialen Guide, Thomas Wanner, wird Geländefahren greifbarer denn je. Foto: Michaela Steidl

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Bereits um 8:30 fanden wir uns ein zum Alpin-Tiefschneetage-Workshop Technikkurs Geländefahren für Fortgeschrittene. Nach dem Ausrüstungscheck, – LVS-Gerät, Schaufel und Sonde waren Pflicht-Utensilien – startete das Erlebnis. Meine Schaufel und Sonde fanden nicht den Weg in meinen ABS Rucksack, was dem Unterfangen keinen Abbruch tat. Thomas Wanner, unser Guide, stattete alle, die ihre sieben Sachen nicht vollständig beisammen hatten, mit der notwendigen Sicherheitsausrüstung aus. 18 Teilnehmer teilten sich in zwei Gruppen auf.  Meine Gefährtin, Michaela, stand mir als Fotografin zur Seite.

Ohne Stöcke OK, aber mit komplett offenen Schuhen?

Der Workshop startete mit zwei Abfahrten, um den Schwung zu finden und sich an das ausgeliehene Test-Material zu gewöhnen. Dann durfte jeder einzeln vorfahren und Thomas zeigte jedem sein Potenzial zur Verbesserung auf. Wir hatten sogar die Gelegenheit bei der Analyse mitzumachen. Der erste Tipp für mich galt meiner Armhaltung. Ich habe wohl zwischen Kinderskikursen, Skilagern und Carving-Technik-Videos eine angewickelte Ellbogenhaltung entwickelt. Die folgende halbe Stunde war ich dann intensiv mit mir selbst beschäftigt. Einen verinnerlichten Fehler zu beseitigen strengt an.

Alpin-Tiefschneetage: Bergführer erklärt Geländetechnik

Jeder bekommt von Thomas Wanner einzeln Feedback und Tipps wie er seine Technik beim Skifahren im Gelände verbessern kann. Großartig! Foto: Michaela Steidl

Nachdem alle schon besser am Ski stehen als je zuvor, wagen wir uns leicht abseits der Piste. Unsere Skistöcke machen unten bei einem Schlepplift der Bergbahnen Kühtai Pause. Die Idee der nächsten Übung geht zurück auf die Wurzeln des Skifahren-Lernens: Hände nach vorne und bei ruhigem Oberkörper mit gleichmäßigen Hoch-Tief-Bewegungen Kurven fahren. Genial und ob der Jahre langen Nicht-Mehr-Anwendung de facto Neuland.

Alpin-Tiefschneetage: Skifahren ohne Stöcke

Ohne Stöcke im schweren Schnee: da bleibt der Oberkörper automatisch ruhig, denn man hat nichts womit man “herumfuchteln” kann. Eine super Übung! Foto: Hartmut Müller

Als die ultimative Challenge entpuppt sich dann die Master-Übung, die wir wegen ihrer Effektivität eine Stunde lang vertiefen. Alle Schnallen der Tourenskischuhe werden aufgemacht und der Tour- bzw. Walk-Modus bei den Schuhen eingestellt. Auf einmal fühlen sich die Tourenskischuhe an wie warme, wasserdichte Hauspatschen. Das anfänglich zögerliche Fahren unter diesen extremen Bedingungen weit über 2000 Metern Seehöhe im Kühtai, wird zu meiner Lieblingsübung: Mit dem neuen Selbstvertrauen nach zwei starken Abfahrten überschätze ich mein Balance-Gefühl: Es zerlegt mich. Ja! Die Schule ist hart, aber gut. Leider fängt die Gegenhang-Kamera meinen Sturz nicht ein. Am Ende fahre ich wesentlich besser und der Muskelkater wegen der ungewohnten Bewegungen ist schon spürbar.

Fazit – Alpin-Tiefschneetage

Michaela und ich erleben einen super Tag. Das Techniktraining hat es wirklich in sich. Die Intensität der Übungen fordert körperlich und mental. Der Muskelkater ist auch, wenig überraschend, eingetreten. Jetzt gilt es das Erlernte auch in Zukunft anzuwenden. Wenn ihr einen Skifahrer mit leicht zur Seite ausgestreckten Armen seht, dann bitte nicht erschrecken. Auch wenn es sich für mich komisch anfühlt, das gehört so. Danke Thomas für die wertvollen Tipps und die gute Stimmung. Und danke an das Team von events pur, den Tourismusverband Innsbruck, das Kühtai und die Bergbahnen Kühtai für diese Veranstaltung. Macht alle weiter so!

Schnell zum Pulver geht es übrigens direkt von Innsbruck. Dort liegen vier Skigebiete vor der Haustüre quasi vor der Haustür.