Innsbrucks neues Image Video hat in den vergangen Wochen auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken Furore gemacht. Unter den vielen Likes, Shares und Kommentaren findet man fast ausschließlich begeisterte Rückmeldungen.

Ob Einheimische – „Es gib viele schöne Orte, aba am schönsten isches dahoam, in Innsbruck“ – oder Tourist – „Absolut genial gemacht, fucking love Innsbruck“ – Innsbruck ist eben ein besonders schönes Plätzchen auf dieser Erde. Auch wenn der eine oder andere Nörgler „die Wiltener Basilka wäre noch ganz schön gewesen…“ dabei ist. Aber für die gibt es gute Nachrichten, wie uns Martin Venier, der Mann hinter dem Video, in einem Interview kürzlich erzählt hat.

Es ist Montag Vormittag und wir sitzen bei einem Kaffee am Marktplatz. Irgendwie hat es Interview-Ort sein müssen, der dem Video gerecht wird. Und der Blick auf Nordkette, die bunte Häuserwand und den Inn werden es.

Martin ist Tiroler, ursprünglich aus dem Oberland und lebt seit acht Jahren in Innsbruck. Als selbstständiger Filmemacher macht er Image Videos für kleine und große Unternehmen, im Moment arbeitet er zum Beispiel an den Vorbereitungen für ein Video für das Skigymnasium in Stams. Eigentlich ist er jedoch Bauleiter bei der ÖBB – ein Vollzeitjob. Glücklicherweise ein zeitlich flexibler Job, der die vielen, vielen Stunden Dreharbeiten ermöglicht hat…

Martin, wie ist der Clip denn eigentlich entstanden? Gab’s vorher bereits ein fixes Drehbuch?  

Die Idee ist eigentlich letztes Jahr bereits im Winter entstanden. Damals hab ich ein kleines Time-Lapse Nachtvideo von Innsbruck gemacht und das online gestellt. Darüber hat dann Tirol Heute berichtet und es ist auch schon ein kleiner Hype entstanden. Damit bin ich dann zur Stadt Innsbruck gegangen und hab mich dort beworben.

Bis dahin gab’s einfach keine so schönen Videos über Innsbruck und dann hab ich mir gedacht, dann mach ich das jetzt! Die Grundidee war sich auf das Lebensgefühl in der Stadt zu konzentrieren und da heben wir uns halt von allen anderen Städten in Österreich ab, weil wir die Berge haben, die uns umschließen.

Wielange hat dann der gesamte Dreh gedauert?  

Nach dem ersten Kontakt hat’s noch fast ein Jahr – und mehrere Präsentationen – gedauert bis wir mit dem Dreh begonnen haben am 12. Dezember 2014. Bis auf drei Szenen ist das Endprodukt jetzt auch wirklich genau so geworden wie geplant. Gegen Ende sind noch mehr Kultur-Szenen reingekommen um das ganze abzurunden. Die Eckpunkte des Clips sind zusammen mit der Firma AD Partners (den Entwicklern des Innsbruck Logos), dem Stadtmarketing und einer Mitarbeiterin aus dem Büro der Bürgermeisterin entstanden.

Anfang Juni hab ich die letzten Szenen gedreht und dann ist es recht schnell online gegangen. Bei dem langen Winter mit Schnee im April, war das gar nicht so leicht, die Sommeraufnahmen noch rechtzeitig zu filmen. Als wir für den Dreh zum Baggersee gegangen sind hat’s vielleicht gar mal 17 Grad gehabt…

Brr… für einen Sprung ins Wasser doch recht frisch. Was sich sicherlich viele fragen – womit macht man so ein Video?

Ich hab mit der Red Epic, einer GoPro und einer Drohne gefilmt. Für die Red hab ich immer zwei Assistenten gebraucht, einen für den Ton (der „Real Ton“ ist ja auch eins der Merkmale des Videos) und einen für die Kamera. Ein Akku hält bei der Drohne grad mal 13 Minuten, dann muss man schon wieder wechseln. Und allein zum Einschalten braucht die Kamera 45 Sekunden… Da es ja hauptsächlich um Momentaufnahmen und Emotionen geht, würde ich in Zukunft für solche Aufnahmen wahrscheinlich auf eine kompaktere Kamera umsteigen.

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Es kommen ja recht viele Leute im Video vor. Wer sind denn die Menschen, die für Innsbruck bei 17 Grad in den Baggersee springen, vom Hafelekar mit dem Snowboard fahren oder an der Innmauer sitzen?

Größtenteils sind die Darsteller Freunde von mir und die andere Hälfte hab ich über Facebook kontaktiert.

Welche Momente vom Dreh, werden dir denn persönlich in Erinnerung bleiben?

Zum Beispiel die Aufname, wo sich die Skitourengeher am Patscherkofel küssen – das war nicht von mir geplant. Das war einfach Zufall, die Kamera ist gerade gelaufen, ich hab gefilmt, sie sind angekommen und haben sich noch ein Bussi gegeben – und ich hab mit der Kamera draufgehalten. Das war natürlich spitze!

Welche von den Szenen war denn am schwierigsten zum einfangen?

Auf jeden Fall die von der Nordkette. Da waren wir sicher fünf Mal oben für die Aufnahme, wo der Snowboarder am Hafelekar steht. Oft war’s unten sonnig und oben sind wir im Nebel gestanden und haben wieder zusammenpacken müssen.

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Ein paar Szenen sind auch der Musik zum Opfer gefallen. Da darf man einfach nicht in die Shots verliebt sein, da muss man einfach das nehmen was fürs Gesamtvideo am besten passt.

Wie hast du dich die Musik entschieden?

Den Track hab ich gleich am Anfang im Dezember das erste Mal gehört und mir gedacht, dass der ideal wäre. Vorallem vom Alpin-Urban-Gedanken, da die ruhigen Momente perfekt für die alpinen Aufnahmen waren und das Schnellere dann für das urbane. Und dann hat natürlich das Gefühl und die Stimmung gepasst. Leider war der Track anfangs extrem teuer und ich habe Monate lang verhandelt um ihn am Ende doch noch verwenden zu dürfen für weniger Geld. Das war ein richtiger kleiner Battle, aber es hat sich ausgezahlt. Auch wenn ein paar Kritiken gekommen sind, aber das kann man in Zukunft ja wieder anders machen.

Hast du einen Lieblingsort in Innsbruck?

Sicherlich das Hafelekar! Da war ich zwar selbst heuer das erste Mal oben, aber bei Hochnebel die Direttissima runterfahren war schon gewaltig. Ich komm ja ursprünglich aus dem Snowboard-Bereich und mit der schweren 15kg Kamera da runterfahren, das war schon besonders. Plötzlich hab ich den Rucksack gar nicht mehr gemerkt, so leicht ist das alles geworden. Schönster Platz, fix!

"Das schönste beim Filmen ist ja das man ständig draußen ist und am Berg unterwegs bist." Martin Venier

“Das schönste beim Filmen ist ja dass man ständig draußen ist und am Berg unterwegs bist.” Martin Venier

Wir sind neugierig – gibt’s schon Pläne für ein weiteres Video?

Ja! Die Idee ist es diesmal alle vier Jahreszeiten miteinzubeziehen. Ich hätte jetzt auch schon eine Idee wie man’s anders machen könnte, was wieder eine ziemliche Herausforderung wäre. Auch dieses Mal werden auf jeden Fall Einheimische im Video zu sehen sein und wer mitmachen möchte, kann sich gerne bei mir per fb oder email melden.

Wir sind gespannt und freuen uns auf mehr. Danke Martin für das Interview!

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Alle Fotos: Danke an Martin Venier