„Wir treffen uns oben!“, freut sich Manu Delago am Telefon. Er geht zu Fuß, ich nehme die Nordkettenbahn. Auf der Seegrube unterhalten wir uns über sein neues Video zum Tune „Freeze“, das er in den Kalkkögeln bei Innsbruck drehte. Es hat so dermaßen eingeschlagen, dass Red Bull darauf aufmerksam wurde. Manu macht unkonventionell schöne Musik und lebt ein wechselvolles Leben zwischen Innsbruck und London.

 

 

Innsbruck. London. Metromonk

Manu sitzt bereits auf der Bank in der Sonne und nimmt einen Schluck vom Hollersaft. Ich eile aus der Gondel herbei und geselle mich zu ihm. Er wirkt ruhig, besonnen und sympathisch. „1 Stunde 25 Minuten habe ich auf die Seegrube gebraucht“. Er hat es mir nicht von selbst erzählt, ich habe nach seiner Zeit gefragt. Viele brauchen dafür nämlich knapp 3 Stunden. Später erfahre ich in einem Nebensatz, dass er vormittags den Klettersteig in der Martinswand gegangen sei – nochmals 2 Stunden in der Vertikalen. Neben uns landet eine Dohle und wartet auf Futter.

Manu Delago Freeze, Nordkette Innsbruck

Die Seegrube über Innsbruck ist nicht der alltäglichste Ort für ein Interview, aber dafür sehr schön. Foto: Vil Joda

Manus neues Album heißt Metromonk. „Was erwartet deine Hörer?“, frage ich. „Es hat sprichwörtlich 2 Seiten wie eine Schallplatte: „Im ersten Teil verarbeite ich meine Heimat Innsbruck, im anderen das urbane Leben in London.“ In der Tat geht das elektrolastige London von Metromonk in die Beine, das ruhige und atmosphärische Tirol ist für Geist und Herz. „Was willst du zu trinken?“, fragt mich die Kellnerin. „Bitte auch einen Hollundersaft!“

„Irgendwann wird es von Innsbruck aus schwer, international zu arbeiten“, gesteht Manu. „Die Musikszene in London bebt und inspiriert, mit Direktflügen komme ich überall in die Welt hinaus.“ Auf meine Frage, wie das Leben in der Großstadt sei, zögert er zunächst. „Anonymer als hier, aber ich brauche die Inspiration der Stadt, der Musikszene und mag das Essen dort sehr gerne“, lacht er. Gerüchten zufolge habe England das kleinste Kochbuch der Welt. „Hast du oft Heimweh?“, will ich wissen. Er zögert wieder. „Die Berge gehen mir schon sehr ab.“ Innsbruck bedeutet für ihn Freunde, Familie, Sport und Batterien aufladen. Wenn er hier ist, geht er gerne im Stubaital wandern, aber auch auf die Nordkette, aufs Mieminger Plateau und in die Kalkkögel (Kogel = Bergkuppe mit rundlichen Gipfeln).

Freeze und die Kalkkögel

Ich will wissen, ob er sein Video deswegen dort gedreht habe? Der Grund war zunächst pragmatisch: „Ich habe schöne Felsen gesucht“, sagt er nüchtern. „Außerdem wollte ich fernab jeder Zivilisation halbwegs leicht hinkommen“. Bei all dem Pragmatismus entstand dennoch etwas Außergewöhnliches: Eine frische elektronische Klangkulisse mittels Live-Performance – keine vorinszenierte Produktion, sondern fließendes Geschehen im Moment. Gefilmt wurde er von 14 Kameras, jedoch ohne Kameramann, dafür von 7 Spiegeln umgeben, um die Illusion einer 360-Grad-Sicht zu erzeugen. „Die Crew, die mir beim Tragen geholfen hat, verflucht mich allerdings heute noch“, erinnert er sich ein ganz klein wenig hämisch grinsend zurück. „Red Bull hat das Video gut gefunden und in seinen Social-Media-Kanälen geteilt.“

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Der Mann hinter dem Video

Manu konnte dem Vergleich mit Mozart zunächst nichts abgewinnen; dafür ist er zu bescheiden. Er macht jedenfalls außergewöhnlich schöne Musik; abseits des Mainstreams, bewegend, komplex und mehrmals hörbar. Der Tiroler war mit den ganz Großen unterwegs, unter ihnen The Cinematic Orchestra, Björk und Anoushka Shankar, die Tochter von Ravi Shankar. Ob er einer der schrulligen Alpenländer ist, die den Bergen etwas entgegensetzen müssen, damit sie das manchmal Beengende aushalten? Dafür wirkt er zu geerdet. Dennoch ist er ausgebrochen, um das zu suchen, was einen ernstzunehmenden Musiker inspiriert: ein internationales Umfeld.

  • Sein erstes YouTube-Video hat Manu Delago in einem Keller in Innsbruck gedreht.
  • Er hat wie ich das Bundes-Oberstufenrealgymnasium Innsbruck (Musikgymnasium) besucht. Unterrichtet wurden wir von ein paar der gleichen Professoren, wobei ich nur den künstlerischen Zweig belegt habe.
  • Unser Mozart heißt Manu Delago: Er war schließlich mit den ganz Großen wie The Cinematic Orchestra, Björk und Anoushka Shankar auf der Bühne. Bescheiden muss er wirklich nicht mehr sein.
  • Im Alter von 2 Jahren ist er das erste Mal am Schlagzeug gesessen – Mozart fing erst mit drei Jahren an, Klavier zu spielen 😉
  • Mit Björk war Manu 5 Jahre lang auf Tour. Wenn er nicht unterwegs ist, treibt er Sport, macht Musik, komponiert, ist stets auf der Suche nach Neuem, hat die Musikszene und aktuelle Entwicklungen immer im Auge.
  • Bekannt wurde er mit dem Hang, ein relativ neu entwickeltes Instrument aus der Schweiz, mit dem er sich gleich sehr verbunden fühlte. Angetan haben es ihm die melodiös-tonalen Felder des Perkussion-Instrumentes.
  • Der Name des Tracks „Freeze“ war zunächst nur ein Arbeitstitel durch die vielen stehenden Töne im Lied.
  • In der Kaiser-Max-Grotte auf der Martinswand – also am Klettersteig – war Manu am 3. Mai 2017 das erste Mal in seinem Leben.
  • Als der Artikel entstanden ist, lief bei mir Metromonk auf und ab und in der Tat hat mich der erste Teil (Tirol) beruhigt sowie nachdenklich gestimmt und der zweite Teil (London) positiv getrieben.
  • Derzeit ist Manu Delago mit dem Album Metromonk auf Tour. Er spielt am 18. Mai 2017 am Tschirgart Jazz Festival in Imst. Better be there!
  • GEWINNSPIEL: Schreib an [email protected], was die Musik von Manu Delago so besonderst macht – und gewinnen sein neues Album “Metromonk”Codewort: Metromonk. Viel Glück!

 

Titelbild: Vil Joda.

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