Innsbruck bietet im Advent so viel für Familien, dass mein Sohn und ich es gar nicht schaffen an jeder Veranstaltung teilzunehmen. Aber über ein paar, meiner Meinung nach besonders Schöne, möchte ich hier berichten:

Christkindlmarkt

Ich finde alle sechs Christkindlmärkte in Innsbruck wunderschön, für Kinder ist der am Marktplatz aber sicher am interessantesten. Hier wird den Kleinen ganz schön viel geboten, besonders am Mittwoch, denn da ist Senioren- & Kindernachmittag.
Die Preise bei allen Kinderattraktionen sind stark reduziert – ein besonderes Highlight ist das Glasblasen um 15:00 Uhr. Dafür ist mein Sohn zwar noch etwas zu klein, umso mehr Spaß hat er aber beim Karussellfahren. Ich bin total motiviert und kaufe gleich vier Fahrten auf einmal – denn hey – es ist ja Kindernachmittag und ein wahres Schnäppchen. Naja, nach nur zwei Fahrten hat der kleine Kerl dann doch keine Lust mehr, aber das macht nichts. Die Karten verfallen nicht und man kann sie einfach an einem anderen Tag einlösen. Das finde ich wirklich fair.

Karussell

Karussell am Marktplatz. © Elisabeth Siegl

Laternenumzug im Alpenzoo

Laternenumzug kenne ich normalerweise nur zu Sankt Martin. Ich habe es als Kind geliebt singend, mit leuchtender Laterne und all meinen Freunden durch die Straßen zu ziehen und auch mein Sohn hat ein Faible für Musik und Lichter.
Ich finde es also wirklich toll, dass es jeden Sonntag im Advent einen geführten Laternenumzug durch den stimmungsvoll beleuchteten Alpenzoo gibt.

Meine Schwiegereltern sind zu Besuch aus Holland und auch meine Mutter möchte unbedingt dabei sein. So kommt es, dass mein Sohn in Begleitung von fünf Erwachsenen durch den Alpenzoo geschoben wird.

Um 16:00 Uhr geht es los, Treffpunkt ist beim Schaustall. Wie immer sind wir etwas spät dran und die meisten Kinder warten schon mit ihren wunderschönen, selbstgebastelten Laternen. Unsere ist aus Metall, aber egal, Hauptsache sie leuchtet.

Laterne

unsere Laterne… © Petra de Koekkoek-Doll

Der Zug setzt sich in Bewegung. Uns ist der Weg mit dem Kinderwagen aber etwas zu steil, daher lassen wir die erste Station aus. Macht nichts, wir kürzen einfach ab, verpassen zwar eine Geschichte, haben dafür aber etwas mehr Zeit uns die Gämsen anzusehen und in Ruhe ein paar Fotos zu schießen.

Die schöne Musik der Blechbläser und die besinnlichen Texte an den weiteren Stationen lassen mich richtig in weihnachtliche Stimmung kommen und nicht nur mich – auch mein Sohn und der Rest der Gruppe sind begeistert. Mit dem feierlichen Anzünden der ersten Kerze am Adventkranz endet der Umzug bei den Ottern. Für alle, die noch Lust haben, gibt es Punsch und Glühwein im Restaurant.

Adventkranz im Alpenzoo

Advent, Advent, die erste Kerze brennt – noch nicht, aber in wenigen Sekunden © Petra de Koekkoek-Doll

Das nächste Mal nehmen wir uns vor, etwas früher zu kommen. Da es zeitig dunkel wird und der Alpenzoo bereits um 17:00 Uhr schließt, hatten wir nicht wirklich Zeit uns die Tiere anzusehen.

Nikolausabend

Mein bisheriges Highlight ist der Nikolausumzug.

Eigentlich wollte ich ja schon um 14:00 Uhr am Marktplatz sein, dort verteilt der Nikolo nämlich kleine Geschenke an alle Kinder. Wir haben aber verschlafen (der Mittagsschlaf dauerte etwas länger) und beschließen daher erst um 17:00 Uhr zum „richtigen“ Umzug zu gehen.

Wir starten bei der St. Nikolaus-Kirche und ziehen hinter einer Schar von Engeln und Äpfel verteilenden Hirten über die Innbrücke bis zum Domplatz. Blechbläser der Militärmusik sorgen für eine besinnliche Stimmung. Am Domplatz angekommen werden Lieder gesungen, gebetet und in einer kleinen Ansprache erinnert uns der Nikolaus daran, auch die Armen nicht zu vergessen.

Nikolausumzug

Der Nikolaus und seine Engel. © Elisabeth Siegl

Der echte heilige Nikolaus war Bischof von Myra, einer Stadt in der heutigen Türkei. Um ihn ranken sich viele Mythen und Legenden. Besonders bekannt ist die der drei Schwestern, die von ihrem verarmten Vater verkauft werden sollten. Als der heilige Nikolaus davon erfuhr, warf er in drei aufeinanderfolgenden Nächten je einen Goldklumpen in die Zimmer der Mädchen, die so gerettet werden konnten. Auf dieser Legende basiert der „Einlegebrauch“. Heute noch werden die Stiefel der Kinder mit Nüssen, Mandarinen oder anderen kleinen Geschenken gefüllt. Ob diese Geschichte nun wahr ist oder nicht, spielt eigentlich keine große Rolle. Ich finde den Brauch schön und es gefällt mir, dass neben all der Hektik und dem Kaufrausch, in den wir in der Vorweihnachtszeit verfallen, religiöse Fest und Traditionen noch gefeiert werden.

Am 18.12. findet der Innsbrucker Christkindleinzug statt, auch den werden wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Und wer weiß, vielleicht haben wir Glück und Frau Holle meint es gut mit uns, denn weiße Weihnachten wären schon ganz besonders schön.

In diesem Sinne, wünsche ich allen eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest!