Ihr habt die Wahl zwischen einem Gespräch mit Gott, dem Teufel oder einem Steak. Würdet ihr euch schwer tun, die beiden Herren zu wählen? Ich schon. Obwohl, dem Heiligen Vater einen Witz über die Katholische Kirche zu erzählen, oder Lucifer am Schwanz zu ziehen ebenso verführerisch klingt. Das Steak ist jedoch himmlisch und teuflisch zugleich; quasi eine göttliche Sünde, der ihr euch in einem der drei Restaurants von Innsbrucks Steakmeile genussvoll hingeben könnt.

Der Weg zum Steak

Gebratenes Rind ist eine Kunstgattung, noch viel älter als die Höhlenmalerei, das Braten ist Schöpfung, der Verzehr eine Offenbarung. Steaks sind Teil eines Zeitgeists, bei dem Essen zum Stilmittel avancierte: Früher haben wir gekocht, um zu essen, heute befassen wir uns damit: Das Männer-Magazin Beef schreibt rührend, gefühlvoll und fast schon besessen über Fleisch. Wir kochen gemeinsam und analysieren das Resultat. Männer leben ihre Fleischlust am Grill aus. Steak-Lokale wachsen in Städten wie Pilze im Wald. Zwar haben Restaurants, die etwas auf sich halten, immer schon ein ordentliches Steak auf der Karte. Heute entstehen Kultstätten, die sich elitär und ausschließlich dem rohen Rind verschreiben. Wir pilgern dort hin, lassen viel Geld liegen und gönnen uns Genuss auf Zeit mit bleibendem Eindruck. Wen interessiert da noch der Beelzebub oder unser Herrgott? Drei Restaurants in 500 m Luftlinie sind also die Steakmeile von Innsbruck: Das Solo Vino, das Woodfire und die Piano Bar widmen sich dem blutigen Vergnügen und machen dasselbe gekonnt anders. Der Service ist überall professionell, hochwertig die Qualität und alle drei sind Nichtraucher-Lokale.

Solo Vino: das beste Fiorentina der Stadt

Solo Vino Innsbruck

Restaurantmanager Claudio serviert das Fiorentina stets persönlich. Foto: Vil Joda

Restaurantmanager Claudio will seinen Gästen ein zweites Zuhause bieten und umsorgt sie liebevoll mit italienischer Gastfreundschaft. Spezialität ist ein Fiorentina-Steak vom Chianina-Rind aus der Toskana. Es wird auf einem Gasgrill von Küchenchef Stefano Bindi aus Venedig ausschließlich blutig zubereitet und stilvoll auf einem Rollwagen serviert. Als Beilagen werden Spinat, Grillgemüse und Kartoffeln gereicht. Außerdem gibt’s Fisch gegrillt und in Salzkruste, reichlich Antipasti aus der Vitrine, Risotto mit Prosecco und Scampi, hausgemachte Nudeln (auch glutenfrei) und selbstgebackenes Maisbrot. Vorort lagern ca. 250 Weinsorten aus Italien – typische Rote: Amarone, Ripasso und Weiße: Bianco di Custozza, Lugano. Besondere Nachspeise sind Fruttini, drei Sorten Sorbets aus Bananen, Datteln und Kastanien. Das holzvertäfelte Lokal besteht aus zwei hohen Räumen mit schönen Leuchten aus Muranoglas und einem beeindruckend großen Weinregal.

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Ristorante Solo Vino
Universitätsstraße 15b
Mo-Sa: 11:30-14:00 und 17:30-24:00 Uhr
M. [email protected]
T. +43/(0)512/587206
www.solo-vino.at

 

Woodfire: Präzisions-Dry-Age Beef

Woodfire Innsbruck

Alexander Junker hat in Amerika seine Steak-Kompetenz erworben. Foto: Vil Joda

Zubereitet wird das luftgetrocknete Fleisch (Dry-Age) in jeder gewünschten Garstufe punktgenau bei 800 Grad am Hajatec Holzkohlen-Grill. Well done ist out, denn das Grillgut ruht vor dem Servieren und verliert keinen Saft. Spezialität ist ein Filesteak, zu dem drei Beilagen und eine Sauce gereicht werden: Salat, Coleslaw, Grillgemüse, Süßkartoffeln-Leibchen, Blattspinat mit Blauschimmelkäse oder Ofenkartoffeln stehen zur Wahl. Küchenchef Alexander Junker hat in Florida und Kalifornien seine Leidenschaft fürs Steak entdeckt. Vorgereiftes Rumpsteak, Ribe-Eye, Filet Mignon, T-Bone und Porterhouse kommen von der Metzgerei à la Carte aus Haiming; nur das Flank Steak stammt aus Übersee. Im hauseigenen Dry Age Schrank reift es 10 Tage nach. Außerdem gibt’s Thunfisch, Zander, Heilbutt, Entenbrust und Burger. Auf der Weinkarte stehen ca. 80 gute Österreicher. Beliebte Nachspeise ist die gebackene Schokoladenträne. Hohe Konstanz der Küchenleistung bei simpler Zubereitung und harmonisch fusionierte Einflüsse sind das Credo des Hauses. Das Lokal befindet sich in einem großen altehrwürdigen Gewölbe mit Schauküche neben einem kleinen Raum für Privates.

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WoodFire – Steak & more
Universitätsstraße 5-7, 6020 Innsbruck
Di-Sa: 11:00-14:00, 18:00-24:00 Uhr
M. [email protected]
T.+43/(0)512/5924757
www.woodfire.at

 

Piano Bar: Steak mit Musik seit über 20 Jahren

Piano Bar Innsbruck

Heinrich Seiler steht fast jeden Tag in der Küche oder kümmert sich um die Kultur der Stadt. Foto: Vil Joda

Spezialität des Hauses ist ein Filesteak aus der Pfanne, das explizit nach den Wünschen der Gäste zubereitet wird – alles ist möglich. Das Fleisch stammt vom Metzger Mayr aus Gerberbach bei Innsbruck. Als Beilage werden Rösti, Speckbohne und eine Salatschüssel gereicht. Der sympathische Chef und Besitzer Heinrich Seiler kredenzt euch exzellentes, aber leistbares Essen. Daher gibt es auch verschiedene preiswerte Rösti oder ein Pfannen-Schnitzel. Brot ist stets gratis dabei. Beliebteste Nachspeise sind Palatschinken. Auf der Weinkarte findet ihr eine solide Auswahl von Österreichern und Italienern. Das Café Piano ist seit 1982 eine Kulturstätte mit Musik ohne Eintritt: Bill Ramsey, Jazz Gitti oder Oscar Klein haben dort schon gespielt. Das Lokal hat sich seit 30 Jahren nicht verändert, ist mit ca. 15 Tischen und 150 Bildern sowie Postern klein und heimelig. Der Eidgenosse Heinrich steht mit 72 Jahren fast jeden Tag in der Küche oder sitzt an der Bar – außerdem ist er Dan-Träger im Judo (Schwarzgurt) und hatte Charles Bronson sowie David Haselhoff zu Gast.

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Cafe-Restaurant-Piano
Herzog-Friedrichstraße 5
Mo-Sa: 10:00-01:00 Uhr (während des Christkindlmarktes auch sonntags geöffnet)
M. [email protected]
T. +43/(0)512/571010
www.cafepiano.at

 

Außerdem findet ihr in Innsbruck auch andere tolle Restaurants. Lest mal rein…