Sie gehören zum Weihnachten meiner Kindheit, die Christkindlmärkte der Stadt. Leider wird es so nie wieder sein, aber die Erinnerung kann mir keiner nehmen, in der die Märkte einen wichtigen Platz haben. Jeder Adventmarkt ist ein wenig anders und für jeden sollte der Richtige dabei sein.


Immer, wenn es weihnachtet

Ein Besuch der Christkindlmärkte ist ein wichtiges Ritual im Advent: Kinder essen dort Zuckerwatte mit ihren Eltern, gesellig ist’s unter Freunden und andere genießen alleine ein wenig Ruhe nach der Arbeit. Wunderbare Tiroler Weisen der Turmbläser erklingen vom Balkon des Goldenen Dachls; Musik aus Boxen gibt es keine. Es duftet nach gerösteten Kastanien, Kiachln und Glühwein. Verkäufer stehen mit Mütze, Schal und Handschuhen hinterm Tresen; sie bieten Tiroler Handwerksprodukte an. Besucher tummeln sich in kleinen Gruppen, Pärchen gehen Hand in Hand spazieren. Romantisch ist es, wenn es geschneit hat und der Schnee unter den Schuhen knirscht. Abseits des Trubels könnt ihr euch auf den Adventmärkten besinnen, in der Ruhe der Innsbrucker Bergweihnacht schwelgen und noch wie früher staunen: Schön ist der Advent, schön sind die Christkindlmärkte von Innsbruck.

Altstadt – der Traditionelle

Traditionalisten und Freunde des Altstadtflairs sind hier sehr gut aufgehoben. Direkt vor dem Goldenen Dachl und umgeben von mittelalterlichen Häuserfassaden liegt mein Lieblingsmarkt. Gesehen haben solltet ihr die Aussichtsplattform über den Hüttendächern oder die Märchen- und Riesengasse. Täglich spielen hier Turmbläser im Erker des Goldenen Dachls neben dem größten Christbaum der Stadt.
Öffnungszeiten: täglich von 11:00 – 21:00 Uhr

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Das Foto habe ich von der Aussichtsplattform gemacht. Den Markt in der Altstadt mag ich am liebsten. Foto: Vil Joda.

Marktplatz – wieder Kind sein

Eltern mit Kindern und klein geblieben Erwachsene sollten unbedingt hierher kommen. Im Nachbau eines kleinen und heimeligen Tiroler Dorfes gibt’s ein Kinderprogramm: Kasperletheater, Märchenstunde, Ponyreiten, Streichelzoo oder Nostalgiekarussell machen die Kleinen ganz groß – oder eben die Großen ganz klein. Märchenhaft ist der glitzernde, über 14 Meter hohe Swarovski-Kristallbaum.
Öffnungszeiten: täglich von 11:00 – 21:00 Uhr

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Nicht ganz wie der Stern von Betlehem funkelt der Swarwoski-Turm, aber schön ist es dort schon. Foto: Vil Joda.

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Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen: Ja, ich bin eine Runde am Karussell gefahren. Foto: Vil Joda.

Maria-Theresien-Straße – der Prunkmarkt für die Schickeria

Fürstlich und nobel ist die barocke Prachtstraße der Place to be für die Schickeria, denn auch der Adventmarkt erstrahlt in ihrem Lichte: Funkelnde Bäume aus Glas und Kristall schimmern über den Ständen des Marktes, deren Produkte ein wenig internationaler sind. Die richtigen Lokale sind übrigens auch gleich ums Eck, wenn die Standln schließen. Geöffnet ist der Markt bis zum 6. Jänner 2017.
Öffnungszeiten: täglich von 11:00 – 21:00 Uhr

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Die Schikeria ist in der Maria-Theresien-Straße zu Hause. Foto: Innsbruck Tourismus/Christoph Lackner.

Hungerburg – Feiern am Dach der Stadt

Höhenluft macht bekanntlich Feierlaune: Am höchstgelegenen Christkindlmarkt von Innsbruck könnt ihr euch ein wenig gehen lassen. Die Aussicht ist einfach schön und die Anfahrt mit der Hungerburgbahn aus dem Stadtzentrum so ganz anders als alles andere. Die Bergstation ist das Werk von Stararchitektin Zaha Hadid. Es ginge sogar bis auf das 2.256 m hohe Hafelekar, das von der Hungerburg aber gut zu sehen ist.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 13:00 bis 19:00 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 12:00 bis 19:00 Uhr

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So richtig feiern, ohne die Nachbarn zu stören könt ihr auf der Hungerburg. Foto: Innsbruck Tourismus/Christoph Lackner.

Wilten – der Romantische

Das Liebespaar zieht es Jahr um Jahr nach Wilten, denn der Markt ist malerischen, beschaulich und romantisch. Ich würde dort jedenfalls mit meiner Herzensdame als erstes hingehen. Die Mischung aus sardischen Leckereien, Bioglühwein und handverlesenem Kulturprogramm wie Kasperletheater und Minikonzerten auf kleinstem Raum machen ihn so besonders.
Öffnungszeiten: Mo – Fr von 16:00 – 20:00 Uhr, Sa von 14:00 – 20:00 Uhr

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Wilten ist auch ein altehrwürdiger Stadteil mit alten Häusern und netten kleinen Gassen, in dem der Adventmarkt liegt. Foto: Innsbruck Tourismus/Christoph Lackner.

St. Nikolaus – der Stille

Genießen, ruhen und stauen könnt ihr am besinnlichen und ruhigen Christkindlmarkt im ältesten Stadtteil von Innsbruck. Die offenen Feuerstellen machen ihn so speziell, vielleicht sind es auch die kleinen Holzhütten. Wer den Weihnachtrubel nicht mag und lieber besinnliche Musik oder selbstgemachte(!) Kekse hat, der möge bitte zum Hans-Brenner-Platz kommen.
Öffnungszeiten: täglich von 16:00 – 21:00 Uhr

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Das Schöne in St. Nikolaus sind die alten Häuser entlang des Inns und die offenen Feuerstellen. Foto: Innsbruck Tourismus/Alexander Tolmo.

Lieber Ruhe als Trubel

OK, es kann manchmal viel los sein auf den Christkindlmärkten von Innsbruck und ja, es ist nicht überall und immer ganz so ruhig. Muss es auch nicht sein, denn viele lieben das gesellige Miteinander bei einem Gläschen Glühwein. Kommerz und Feiern gehörte nämlich seit jeher zu Weihnachten: In Ecuador wird nach der Christmette viel Alkohol getrunken und auf Tischen getanzt. An Wallfahrtsorten gab es immer schon ein Gasthaus und auch Weihnachtsfeiern finden traditionell dort statt. So auch auf der Bergisel Sprungschanze mit ihrem speziellen Advent Dinner. Geschenkt wird seit den Heiligen drei Königen, heute wohl ein wenig mehr, aber das ist nun mal Zeitgeist. Apropos Zeit: Alles hat seine Zeit – der Advent ist im Dezember. Mich findet ihr erst in der Altstadt, wenn die erste Kerze brennt; den Trubel lasse ich an mir vorüber gehen. Gesegnete und frohe Weihnachten.